Dienstag, Oktober 10, 2017

Bolivien - Salar de Uyuni, Stadt-Festival und Amazonasgebiet

Life_Gourmet
Salar de Uyuni
 Vom Norden Argentiniens, um genauer zu sein dem kleinen Ort Humahuaca reise ich heute weiter nach Bolivien. Der Bus führt mich in die Grenzstadt La Quiaca in der ich zu Fuß mit meinem Gepäck die Grenze über eine Brücke überquere. Ich werde aus Argentinien ausgestempelt aber irgendwie nicht nach Bolivien hinein, aber das hat seine Richtigkeit, denn in Bolivien hält man nur bei der Einreise mit dem Flugzeug einen Einreisestempel (Die Info habe ich hinterher gegooglt). Der erste Ort in Bolivien nennt sich Villazon und von hier fahren nur sporadisch Busse in alle Himmelsrichtung. Das Terminal in der Nähe der Grenze was auch von Google Maps als Terminal bezeichnet wird gibt es so nicht mehr, sondern nur das alte etwas marode erscheinende Gebäude. Auf Nachfrage bei einigen Einheimischen erhalte ich die Auskunft, dass es ein neues Terminal außerhalb der Stadt gibt und direkt mache ich mich auf den Weg dorthin. Dort angekommen muss ich feststellen, dass auch hier Größenteils Busse nur 1-2 Mal am Tag fahren, sodass ich mich in einen Minibus setze, welcher das Schild Tupiza im Fenster hat, welches der Name der nächsten größeren Stadt ist. Nachdem sich der Bus gefüllt hat geht’s dann auch los und in knapp 90 Minuten erreichen wir Tupiza wo ich meine erste Nacht in Bolivien verbringe.

Am nächsten Morgen geht es von Tupiza ca. 8 Stunden nach Uyuni im Süden des Landes. Die Strecke ist mindestens genau so abenteuerlich wie der Bus mit dem wir durch die Gegend kutschiert werden, denn dieser scheint deutlich älter als ich selbst zu sein. Im Bus lerne ich eine Kolumbianerin Namens Helen kennen und wir beschließen gemeinsam den Ausflug in die Salar de Uyuni für den nächsten Tag zu buchen nachdem wir angekommen sind. Wir beziehen unsere Hostels und treffen uns zum Abendessen und der anschließenden Suche nach einer Tour in die Salzwüste, welche schnell gefunden ist. Die Auswahl fällt auf eine 2 Tages Tour, welche direkt am nächsten Morgen beginnt.
Salar de Uyuni
Vulkan in der Salar de Uyuni
Ich und mein Reisepass :)
Flamingos
Die Tour beginnt auf einem Eisenbahnfriedhof und anschließend geht es dann auch direkt in die Salar de Uyuni. Wir besuchen und durchqueren verschiedene Teile der Wüste, einen der noch Wasser auf der Oberfläche hat, einen Teil in dem sich heiße Quellen gebildet haben, eine Kakteen-Insel, eine Lagune mit Flamingos und wir wandern auf einen Vulkan, um einen wundervollen Blick auf die in der Salzwüste anmutende Oase zu haben.
Salar de Uyuni
Nochmal Ich und mein Reisepass :)
Normalerweise tanzen Frauen einem ja nur auf der Nase :)
Nach der Rückkehr in die Stadt Uyuni nehme ich gemeinsam mit Helen direkt einen Bus in die Stadt Potosi. Am späten Abend (nachts) kommen wir dort an und beziehen ein Hostel, bevor wir noch etwas zu Essen suchen. Am nächsten Tag begutachten wir die Stadt und nutzen die Zeit, um etwas mehr in die Kultur der Stadt einzutauchen.
Weiter geht es nach Sucre, doch was uns da erwartete konnten wir im Vorwege gar nicht erahnen! Als wir dort ankamen waren wir bereits mitten drinne in einem riesigen Straßenfestival mit bunten Kostümen, Musik, schillernden Tanzperformances und vielem mehr, sodass man nicht wusste wo man zuerst hin schauen sollte. Man informierte uns darüber, dass dieses Festival noch das gesamte Wochenende geht und wir konnten Erst mal unser Gepäck im Hostel los werden, bevor wir weiter diese skurrilen Gestalten beobachteten.
In Sucre trennten sich die Wege von mir und Helen, denn für mich ging es weiter nach La Paz, während Helen noch einige Tage dort blieb, um etwas Geld zu verdienen. Der Nachtbus kam am frühen Morgen in der Hauptstadt des Landes an und da ich noch nicht einchecken konnte, gab ich meine Sachen ab und machte direkt die Stadt unsicher. Ich wanderte auf einen Aussichtspunkt, bestaunte die historischen Gebäude der Stadt und buchte für den nächsten Tag eine Tour auf der gefährlichsten Straße der Welt für den nächsten Tag.

Die sogenannte Death Road startet auf ca. 4700m und mit dem Fahrrad geht es bis auf 1300m hinunter und das nicht auf irgendeiner Straße, sondern der angeblich gefährlichsten der Welt! Die ersten Km sind noch relativ harmlos asphaltiert, doch dann geht die Strecke in einen Schotterweg über, wird deutlich schmaler und es gibt keine Schutzvorrichtungen die den Weg vom hunderte und teilweise tausende Meter steil hinunter gehenden Abgrund trennen. Mit einem ziemlichen Tempo, viel Spaß und der Erkenntnis, dass auf dem Weg bergab mindestens 100 Kreuze am Wegesrand auf verunglückte Menschen hindeuteten, glaube ich nun daran, dass dies eine der gefährlichsten Straßen der Welt ist.
Demonstration in La Paz
La Paz
Die Death Road :)
Die Death Road :)
Die Death Road :)
Aber viel Zeit zum verschnaufen gab es nicht, denn direkt am nächsten Morgen startete das nächste Abenteuer. Mit einem Bombardier (einer alten Kriegsmaschine) startete ich auf meine Tour von La Paz in das Amazonasgebiet Boliviens. Etwa 2 Stunden später lande ich in einer anderen Welt auf dem Flughafen von Rurrenabbaque. Von dort aus werde ich direkt eingesammelt und nach dem Mittagessen beginnt direkt die Tour mit einem kleinen Boot in das 4 tägige Abenteuer im Amazonasgebiet. Wir schlafe in einer Lodge mitten im Urwald, sehen hunderte verschiedene wilde Tiere wir Krokodile, Kaimane, Aras, Tukan, Spinnen, gelbe Affen, pinke Flussdelfine, Brüllaffen, verschiedenste Vogelarten, Wasserschweine und viele andere Tiere deren Namen mir wieder entfallen sind. Wir gingen auf Anakonda-Suche (leider vergeblich), fischten Piranhas (gar nicht so einfach wie man denken mag!), begutachteten Sonnenauf- und Untergang und genossen zahlreiche Bootstouren in verschiedene Seitenarme des Flusses, um Tiere, die Natur und einiges mehr zu erleben.
Zurück in Rurrenabaque nehme ich einen Nachtbus nach La Paz, um von dort weiter an den Titicacasee nach Copacabana zu fahren. Dies ist meine letzte Station im schönen Bolivien, bevor es weiter geht nach Peru. In Copacabana gibt es einen Berg den ich zum Sonnenuntergang besteige, um diesen über einen der höchstgelegenen Seen der Welt begutachten zu können.
Auto/Busfähre nach Copacabana
Copacabana

Fazit zu Bolivien

Bolivien ist ein sehr facettenreiches Land und auch wenn dem ein oder anderen sicher die dauerhaften Höhenunterschiede etwas zu schaffen machen können, blicke ich gerne auf meine zweieinhalb Wochen im Land mit der der höchstgelegenen Hauptstadt der Welt zurück. Ich lernte wundervolle Menschen kennen, konnte mit der Salar de Uyuni und meinem Besuch im Amazonasgebiet zwei weitere Dinge von meiner „Möchte ich unbedingt auf meiner Reise machen Liste“ streichen. Sehr gefallen hat mir außerdem das Stadtfestival von Sucre in das wir ganz unbewusst hinein geraten sind du gar nicht mehr heraus wollten, denn das Beiwohnen eines solchen Festivals in Bolivien ist etwas sehr besonderes und ich kann nur jedem empfehlen dies mit einzuplanen bei einem Besuch.

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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