Sonntag, September 10, 2017

365 Tage auf Weltreise

Life_Gourmet

Heute vor 365 Tagen habe ich Deutschland verlassen und bin auf meine Reise um die Welt aufgebrochen. Nur mit einem groben Plan im Kopf und keinerlei Erfahrungen wie man so eine Dauerreise überhaupt bewältigt oder inwiefern einen eine solche Reise verändert wird.

Der Rückblick

Die letzten 12 Monate waren ganz sicher die abenteuerlichsten, aufregendsten, extremsten, bewegendsten und unvergesslichsten Monate in meinem bisherigen Leben. Neben zahlreichen einmaligen, unbeschreiblich schönen Erfahrungen, ersten Malen, zu überwindenden Schweinehunden, extremen Situationen, Glücksgefühlen, wahrgewordenen Kindheitsträumen und unzählbaren Stunden in Bussen, Schiffen, Flugzeugen, Zügen und Co., sind es vordergründig die Menschen, die ich während dieser Reise kennenlernen und in mein Herz schließen durfte, die aus meiner Reise ein Abenteuer wie aus einem erstklassigen Buch gemacht haben.

Ich blicke zurück auf 365 Tage mit einer Vielzahl an beeindruckenden Fleckchen auf dieser Erde und interessante Menschen vieler Rassen und Regionen. Im ersten Halbjahr lernte ich das erste Ende der Welt kennen (Neuseeland), während ich mich nun am anderen Ende herum treibe(Südamerika). Nach einem sprichwörtlichen "quicky" mit Nora als Reisebegleitung am Anfang meiner Reise folgten neben zahlreichen kürzeren Reisepartnern, natürlich auch einige mit denen ich etwas länger gemeinsam gereist bin. Das Besonderste und vielleicht auch extremste "Projekt" war hierbei sicher meine Truppe aus Neuseeland, welche unterschiedlicher nicht hätte sein können. Mit Melanie (27), Jasper(22), Monika (54) und Patricia(22) reiste ich einen knappen Monat zusammen, während ich anschließend mit Melanie und Patricia alleine weiter reiste, bzw. Melanie dann in Vietnam wieder getroffen habe. 

Viele von den Personen die ich unterwegs getroffen habe, habe ich an einer anderen Stelle meiner Reise wieder gesehen oder wir sind gar ein paar Tage, Wochen oder Monate zusammen gereist. An manchen Orten habe ich Freunde und Bekannte aus Deutschland getroffen, die zufällig meine Reiseplanungen kreuzten oder die sich für eine kurze Zeit meiner Reise angeschlossen haben. Beispiel: Kevin (Indonesien + Japan), Melanie (Neuseeland + Vietnam), Patricia (Neuseeland + Thailand), Katie (Thailand + Taiwan), Kun Lee (Australien + Taiwan), Vanan (Vietnam + Süd Korea), Kerstin (Australien + Ägypten), Eveline (Neuseeland + Südamerika) und noch einige weitere. Mit Eveline startete ich gemeinsam meine Reise in Südamerika und wir reisten ca. einen Monat gemeinsam, bevor uns verschiedene Interessen und eine unterschiedliche Art des Reisens in verschiedene Richtungen trieben und ich meine Reise erneut alleine fortsetzte. 

Eine weitere sehr besondere Erfahrung war und ist das Couchsurfen bei fremden Menschen, da dir dies eine ganz andere Perspektive auf das Land und seine Einwohner ermöglicht. Man lernt dabei die verschiedensten Leute kennen und egal ob ich bei Familien, Pärchen oder Singles unterkommen bin, meine Erfahrungen waren allesamt unvergesslich und ich würde es jederzeit jedem empfehlen.

Während meiner Reise bin durch das höchsten Gebäude der Welt geschlendert, in einen aktiven Vulkan geklettert in dem blaue Lava brodelt, habe in Wasserfällen gebadet, war mit Schildkröten schnorcheln, habe im Schlafsack unter den Sternen und der Milchstraße geschlafen, den Ayers Rock umrundet, das Great Barrier Reef begutachtet, die Great Ocean Road überquert, mein erstes Erdbeben miterlebt, wilde Delphine gesehen, die unglaubliche Natur von Neuseeland bewundert, bin über mehrere Tage auf Berge gewandert, habe ein Cocktail auf dem berühmtesten Gebäude Singapurs getrunken, habe Freunde während der Hochzeitsreise auf Koh-Samui besucht, die Halong-Bucht mit dem Kajak durchstreift, die Reisterrassen in Sapa mit einer Einheimischen erkundet, die gastfreundlichen Taiwanesen kennengelernt, mit einem Ureinwohnervolk gespeist und deren Traditionen erlebt, bin ich mit dem Zug durch Japan gefahren, habe unter den Kirschblütenbäumen in voller Blüte gepicknickt, in einem buddhistischen Kloster übernachtet, einem Demonstrations-Festival in Südkorea beigewohnt, mich in Georgetown und seine Streetart verliebt, viele der Pyramiden und Pharaonengräber bestaunt, hunderte Fischarten im roten Meer beobachtet, eine Safari im Kruger Nationalpark gemacht, bin durch Dörfer eines Bergvolkes in Lesotho gewandert, habe meine erste Surfstunde in Südafrika bekommen, Kapstadt vom Tafelberg aus überblickt, am Kap der Guten Hoffnung inne gehalten, die Jesus Statue in Rio besucht, das 2 größte Wasserkraftwerk der Welt in Paraguay überquert, war im argentinischen Teil Patagoniens wandern, habe die älteste Stadt Uruguays besucht, einen wilden Orca in gesehen, bin Rad in der trockensten Wüste der Welt gefahren, habe mehrmals die Anden überquert

und trotzdem ist das alles nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn als realistischer Optimist muss ich feststellen, dass ich am Ende meiner Reise noch immer mehr Orte auf der Welt nicht gesehen habe, als ich gesehen habe.

Wie kam ich eigentlich auf die Idee dieser Reise?

In einem Poetry Slam der im Jahre 2013 ein viraler Hit wurde bezog sich Julia Engelmann damals auf die Textzeile eines Pop-Songs: "Eines Tages Baby, werden wir alt sein! Oh Baby werden wir alt sein und an all die Geschichten denken die wir hätten erzählen können."
In Ihren darauf folgenden Zeilen hat Sie ganz treffend formuliert, dass wir jungen Menschen vieles gerne immer wieder auf die lange Bank schieben, weil wir ja noch genug Zeit haben, weil wir nichts riskieren bzw. keine Fehler machen wollen. Julia gelingt es in diesem Poetry-Slam spielerisch mit dem heutigen Zeitgeist zu sprechen und fast jeder der sich dieses Video damals angesehen hat, dachte Wow sie hat das so treffend formuliert, doch wer von uns hat darauf sein eigenes Leben hinterfragt oder feststellen müssen, dass er selbst einer der Leute ist die kaum "Dopamin verbrauchen?" und einer der vielen Leute ist, die jedes Jahr wieder Ihre Vorsätze ins Sektglas hinein murmeln ohne einen davon wirklich längerfristig umzusetzen?  Der Sinn des Lebens ist leben und nicht die Arbeit oder die Karriere, welche wir oft viele Jahre in den Fokus rücken, um am Ende des Lebens zu sagen: „Wäre ich nochmal jung, dann würde ich…“. Warum also nicht den Spieß umdrehen und heute damit anfangen zu erleben was ich erleben möchte?

Ich stellte mir also die Frage, was ich statt der täglichen Bewegung im eigenen Hamsterrad momentan gerne tun würde und die Antwort war ganz einfach. Natürlich war dies ein Prozess der sich über mehrere Wochen entwickelte, doch am Ende ließ er sich auf ein schlichtes Wort herunter brechen: Reisen!

Für die Statistiker unter euch

In den letzten 52 Wochen habe ich 21 Länder auf 5 Kontinenten bereist, 5 Mal den Äquator überquert, bin 35 Mal geflogen und habe mal mehr und mal weniger komfortable Transportmittel benutzt. So durchwachsen wie die Fortbewegung waren auch die Unterkünfte meiner Wahl, denn vom komfortablen Resort in Ägypten, über Airbnb’s, Hostels, Schafsfarmen oder Berghütten, bis hin zum Boden in einem japanischen 1 Zimmer Apartment war alles dabei. Das gesetzte Budget von 20.000 Euro ist noch immer nicht erschöpft, da ich gut gehaushaltet habe, allerdings werde ich vermutlich 500-1000 Euro drauf legen, um die Orte in der USA sehen zu können die ich sehen möchte.

Was kommt noch?

Ich schaue positiv auf die mir verbleibenden 3 Monate in denen ich noch einige Highlights wie zum Beispiel Macchu Picchu, die Salar de Uyuni, einige amerikanische Städte und sicher noch einige weitere Highlights denen ich mir jetzt noch gar nicht bewusst bin, vor mir habe. Erst vor wenigen Tagen bin ich in Bolivien eingereist von wo aus ich weiter nach Peru reisen werde. Wie es dann weiter geht entscheide ich während meiner weiteren Reise. Einige Tage vor Weihnachten werde ich also zurück in Deutschland sein, um das Fest mit meinen lieben zu verbringen und als anderer Mensch in den Alltag meines neuen Lebens einzutauchen und irgendwie freue ich mich auch schon auf ein eigenes Bett, eigene 4 Wände und auf die kleinen Probleme des Alltags denen ich nun hoffentlich etwas relaxter entgegnen werde.

Fragen? Dann nur raus damit ! :)
Ansonsten bleibt reisefreudig

Euer Life-Gourmet
alias Daniel

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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