Montag, Juni 12, 2017

Südafrika - Johannesburg und Kruger-Nationalpark

Life_Gourmet
Von Kairo aus flog ich mit einem kurzen Stopover in Äthiopien nach Johannesburg in Südafrika. Ich zog Geld aus dem ATM und hielt das erste Mal die Scheine mit Nelson Mandelas Gesicht darauf in der Hand. Vom Flughafen aus nahm ich den Zug in die Stadt und gelangte nach einmal Umsteigen zur Haltestelle Rosebank. Einen 10 minütigen Spaziergang später erreichte ich mein Hostel für die nächsten Nächte. Mein Aufenthalt in JoBurg ist mit 3 Tagen angesetzt, bevor ich auf eine Safari in den Kruger Nationalpark aufbreche, welche ohne Zweifel eines der Highlights in Südafrika war.
Die Stadt Johannesburg selbst ist keine wirkliche Augenweide und an vielen Stellen der Stadt sollte man sich weder alleine noch mit zu vielen Wertsachen aufhalten, wenn man diese behalten möchte. Eine Möglichkeit die Stadt zu erkunden ist der Hop On – Hop Off Bus oder die „Free Walking Tours“ die angeboten werden. Während dich der Bus auch zu etwas abgelegeneren Orten, wie zum Beispiel das Apartheid-Museum bringt, beschränken sich die kostenlosen Fußgänger Touren auf die Innenstadt der Stadt. Eine der kostenlosen Touren führt euch auch in das ehemalige Geschäftsviertel (CBD), welches heute ein Viertel ist, dass man alleine auf alle Fälle meiden sollte. Viele der Gebäude stehen seit Jahren leer und die Obdachlosen der Stadt haben die Hand in diesem Viertel übernommen. Mittlerweile werden viele der leeren Gebäude geräumt und die unteren Stockwerke zugemauert, damit sich hier keine Obdachlosen einnisten können. Die Zahl der Arbeitslosigkeit und der Menschen ohne Zuhause liegt in Johannesburg bei über 30% und diese extreme Zahl kann man mit jedem Schritt in diesem Distrikt spüren. Die Stadt selbst entstand aufgrund eines Goldrausches, da genau an dieser Stelle die bis heute größte Goldader der Erde gefunden wurde, welche heute noch immer abgebaut wird. Wenn ich alleine daran denke könnte ich würgen, denn wie so oft auf dem afrikanischen Kontinent ist der Boden reich an Schätzen und dennoch sind die Menschen vor Ort arm und leben teilweise am Existenzminimum.
Weiter führt mich die meine Reise in Richtung Kruger Nationalpark. Am frühen Morgen sammelt mich der Tourbus an meinem Hostel in Johannesburg ein und nach 2 oder 3 Stopps an anderen Hostels befinden wir uns schon auf dem Weg in den Osten des Landes. Nach der einen oder anderen kurzen Fotopause und einer Frühstücks- und Mittagspause gelangen wir gegen 15 Uhr zum „Moholoholo Rehab Centre“. Hier bekommen wir von Steve, einem Mitarbeiter des Zentrums eine Führung durch die Einrichtung und einen guten Einblick wofür das Moholoholo Zentrum gebaut wurde. Neben vielen Vogelarten (besonders Adlern), treffen wir den berühmten Honigdachs „Stoffel“ (siehe Youtube), einige Löwen, Geparden, Leoparden, Hyänen, Wilde Hunde und einige andere Tiere. Im Anschluss beziehen wir unser Camp etwa 25 Minuten entfernt vom Kruger Nationalpark und lassen den Abend am Lagerfeuer ausklingen.
Auf dem Weg an einer Raststätte
Fotostop in den Drakensbergen
Leopard in Moholoholo
Leopard in Moholoholo
Löwein in Moholoholo
Stoffel der Honigdachs
Die nächsten beiden Tage sind geprägt von Safarifahrten im offenen Gefährt durch den Kruger Nationalpark und direkt der erste Tag fängt vielversprechend an. Auf dem Weg vom Eingangstor zur Anmeldung begegnen wir bereits einem Rudel von Löwen, welches es sich an einem Schlammloch gemütlich gemacht hat. Das Rudel besteht aus einer jungen Familie mit 1 männlichen, 2 weiblichen und 3 Jungtieren, welche sich nach 10 minütiger Beobachtung überlegen dir Straße direkt neben uns zu überqueren. Gelungener Start in den Tag ! Im weiteren Verlauf des Tages begegnen wir einigen Herden von Elefanten, die zum Teil direkt vor unserem Auto die Straße kreuzen. Natürlich sehen wir viele Impalas, Zebras, Giraffen, Gnus, Antilopen, Vögel, Warzenschweine, Sträuße,  Mungos, Affen und viele andere Tiere. Zum Highlight des Tages wird neben den Löwen und Elefanten unsere Sichtung von Nashörnern, da unser Guide fast täglich im Nationalpark unterwegs ist und bereits einige Wochen keine Nashörner mehr zu Gesicht bekommen hatte. Auf dem Weg Richtung Ausgang am späten Nachmittag können wir dann sogar noch eine Herde von Wasserbüffeln auf unserer Liste abhaken. Wer mit rechnet wird feststellen, dass wir also bereits 4 der Big 5 am ersten Tag zu Gesicht bekommen haben und nun natürlich klar war, welches Tier wir neben den Hippos (Nilpferden) am nächsten Tag sehen wollten: Den Leoparden.
Zu den Big 5 (Den großartigen Fünf) zählen der Elefant, der Löwe, der Wasserbüffel, der Leopard und die Nashörner, aber wieso nennt man diese Big 5? Immerhin gibt es einige Tiere wie Giraffen und Hippos die doch viel „bigger“ sind als zum Beispiel der Leopard. Ganz einfach: Als Big 5 bezeichneten die Großwildjäger die 5 Tiere die am schwierigsten und gefährlichsten zu jagen sind bzw. waren. Neben den Big 5 gibt es heutzutage auch einige andere „5“ wie zum Beispiel: die Little 5, die Ugly 5, die Shy 5 und die Impossible 5.

Little 5 (Die kleinen 5)
AmeisenLÖWE, NASHORNkäfer, ELEFANTENspitzmaus, BÜFFELweber und LEOPARDENschildkröte.

Ugly 5 (Die Hässlichen 5)
Hyäne, Warzenschwein, Geier,  Marabu und Gnu.

Shy 5 (Die schüchternen 5)
Erdmännchen, Erdferkel, Stachelschwein, Erdwolf und Löffelhund.

Impossible 5 (Die unmöglichen 5)
Erdferkel, Leopard, Schuppentier, Buschmannhase und ein weißer Löwe
Am nächsten Tag starten wir in selbiger Frühe wie am vorherigen Tag und auch heute soll der Tag wieder grandios beginnen. Auf dem Weg vom Eingangstor zur Anmeldung begegnen uns bereits ein männlicher Löwe, der einige hundert Meter auf der Straße entlang läuft, sowie ein Elefant und ein Wasserbüffel die unseren Weg kreuzen und die Straße vor uns überqueren. Erneut 3 von 5 in den ersten 30 Minuten, das klingt vielversprechend für den zweiten Tag im Nationalpark. Ähnlich wie gestern begegnen uns zahlreiche weitere Tiere unter anderem einige weitere Löwen und Elefanten. Doch der Leopard lässt leider auf sich warten. Trösten können wir uns damit, dass wir heute Nilpferde zu Gesicht bekommen und wir einige Leoparden bereits im Moholoholo Zentrum sehen konnten, auch wenn es nicht das Selbe ist wie Sie in freier Wildbahn zu sehen. Abends machen wir eine „Sundowner Fahrt“ durch den Nationalpark in dem sich unser Camp befindet, allerdings begegnen uns außer ein paar Eulen nur die Nilpferde die am Wasserloch des Parkes verweilen. Erneut lassen wir den Abend mit der Truppe am Lagerfeuer ausklingen und resümieren unsere 2 Tage Safari voller Aufregung, Adrenalin und wundervoller Eindrücke im Kruger Nationalpark, bevor wir am nächsten Morgen das Camp verlassen.
Auf den Weg zurück nach Johannesburg machen wir einen Stopp am 3. größten Canyon der Erde, dem Blyde River Canyon. In den frühen Morgenstunden zieht der Morgennebel durch den Canyon und beschert uns einen wundervolles Fotomotiv als die Sonne über den Bergen am Horizont aufgeht.
Zurück in Johannesburg verbringe ich eine Nacht dort, bevor ich meine Reise mit dem BazBus in Richtung Kapstadt beginne mehr dazu erfahrt Ihr im nächsten Beitrag.

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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