Samstag, April 08, 2017

Taiwan - Von Taipei die Ostküste entlang

Life_Gourmet
Taroko-Nationalpark
Taiwan sollte ganz anders werden als meine bisherigen Erfahrungen auf dieser Reise, doch das entschied nicht nur das Land, sondern auch ich selbst in der Art und Weise wie ich es bereisen wollte. Vor dem Start meiner Reise vermittelte mir meine Cousine einen Kontakt in Perth/Australien. Der nette Kerl heißt Lars und als wir uns kennenlernten erzählte er mir, dass sein Bruder bereits seit vielen Jahren in Taiwan lebt. Auf diese kleine Information kam ich zurück, als ich in Vietnam spontan entschieden habe mir Taiwan selbst einmal anzuschauen. Lars vermittelte mir den Kontakt seines Bruders Arne und als ich diesen nach Informationen über das Land fragte, bzw. nach sehenswerten Orten und Plätzen bot er mir direkt einen Platz auf seiner Couch an für die ersten Nächte.

Arne holte mich vom Flughafen ab und stellte mich seiner taiwanesischen Familie vor. Die 4köpfige Familie lebt in einem Apartment in Taoyuan etwa 30 Minuten Autofahrt vom Flughafen entfernt. Mit dem Bus kommt man leicht und günstig innerhalb von 50 Minuten ins Zentrum von Taipei. Natürlich stattete mich Arne für die nächsten Tage mit einer Fülle an Informationen aus und lieh mir sogar seine Easycard, welche in Taiwan fast wichtiger ist als Bargeld. Auf diese kleine elektronische Prepaid-Karte wird Geld geladen und man kann sie nutzen um überall zu zahlen. Egal ob Bus, Bahn, 7eleven oder Schnellimbiss jeder akzeptiert die Karte und manche fragen sogar danach.
Taipai 101
Chiang Kai-Sheck Memorial Hall
In Taipei angekommen kannst du dich mit dem Reisepass bei der Touristeninformation für das stadt-, bzw. landesweite Wifi-Netz registrieren, natürlich komplett kostenlos. Das Wifi findest du in fast allen Bahnhöfen (im gesamten Land), sowie in allen öffentlichen Gebäuden (Museen). Nach dem ich dann noch Arnes Easycard für das Stadtbike angemeldet habe, konnte meine Radtour durch die Stadt auch schon los gehen. Für die Anmeldung brauchst du eine inländische Telefonnummer! Ich verständigte mich einfach per Whatsapp mit Arne, meldete seine Nummer an (war ja auch seine Karte) und er übersendete mir das Passwort, welches ihm zugesendet wurde um seine Karte freizuschalten. Mit dem Rad ging es entlang der gut ausgebauten Fahrradwege in Richtung Taipei 101, Rathaus und durch verschiedene kleiner Parks. Sehr zu empfehlen sind wie in fast allen Städten die kleineren Seitenstraßen anstatt den Hauptverkehrsstraßen, da man hier nicht nur mehr vom Leben der Einheimischen mitbekommt, sondern auch über den ein oder anderen kleinen Tempel stolpert den dir nicht einmal Google anzeigt. Generell ist Taipei eine sehr saubere und gut organisierte Stadt! Die Einwohner überall im Land sind sehr freundlich und schon wenn du nur mal kurz verwirrt auf dein Handy schaust, wird dir direkt Hilfe angeboten. Sehenswert und fast unübersehbar sind die Chiang Kai-Shek Memorial Hall und der nette kleine Park der drum herum angelegt wurde.
Essen in Tansui
Ich und mein kleinesEis
 Solltest du genug Zeit haben ist auch ein Tagesausflug nach Tansui zu der alten Werft und einem alten spanisch/englischen Fort sehr empfehlenswert und die Fahrt mit der Maokong Seilbahn auf der anderen Seite von Taipei. Ich bin bis zur letzten Station gefahren und dann zur vorherigen Station zurück gelaufen, dabei kommst du an zahlreichen traditionellen Teehäusern vorbei, kannst den Ausblick auf die Stadt genießen und mit viel Glück kriecht auch noch eine kleine Schlange vor dir über die Straße. Abends bereitete Arnes Frau leckere landestypische Speisen wie zum Beispiel: Mit Schweinefleisch gefüllte Dumplings zu. Köstlich, die werde ich Mal nach kochen!
Auf dem Weg zur vorletzten Station (Maokong)
Blick von oben (Maokong)
 Weiter ging es mit dem Zug an der Ostküste des Landes entlang nach Hualien. Wie der Zufall es will wohnt hier Kun, den ich auf meiner Reise in Sydney kennen gelernt habe. Freundlich wie Taiwanesen sind, bot er mir mehrmals eine Unterkunft für den Fall, dass ich nach Taiwan komme an und ich nahm diese Angebot dankend für 2 Nächte an. Bereits im Vorfeld haben wir uns darauf geeinigt einen Ausflug in den Taroko Nationalpark zu machen und eine Anmeldung für den „Zhuilu Old Trail“ vorgenommen, da hier nur 150 Personen pro Tag Einlass erhalten und eine Gebühr gezahlt werden muss.

Mit dem Roller machten wir uns von Hualien aus auf den Weg zum Nationalpark der etwa 30km entfernt liegt. Am Eingang des gebuchten Trails gaben wir unsere Eintrittskarte (hatten wir per Mail erhalten) ab und durften direkt über eine lange Hängebrücke zum Start des Wanderweges marschieren. Die ersten hundert Meter waren relativ unspektakulär, der Weg führt steil bergauf und rundherum ist zwar schöne Natur, aber durch den unebenen Weg musst du fast stetig auf deine Füße achten. Zum Ende hin wurde es dann wirklich spektakulär, denn der Weg führte direkt zwischen Abgrund und Steinwand entlang und der Ausblick war gigantisch! Nach einem Mittagessen am Ende des Pfads begannen wir mit dem Abstieg, der nur halb so lange dauerte wie der Aufstieg. (Aufstieg: 2-3 Stunden je nachdem wie viele Fotos du machst und wie fit du bist) Weiter ging es mit dem Roller über die gut ausgebaute Straße durch den Nationalpark. Wir stoppten an zahlreichen Stellen, um die Momente zu genießen und das ein oder andere Foto zu schießen. Es bieten sich hierzu wirklich zahlreiche Gelegenheiten, denn der Park ist einfach eine Schönheit, obwohl natürlich einige Touristen (besonders Asiaten) unterwegs sind.
Taroko-Nationalpark
Taroko-Nationalpark
Taroko-Nationalpark
Taroko-Nationalpark
Taroko-Nationalpark
Bei einem Land wie Taiwan kommt man nicht drum herum sich auch etwas mit der Geschichte des Landes auseinander zu setzen. Ist es nun ein eigenes Land oder doch ein Teil von China? Die Definitionen hierfür gehen etwas auseinander, da es etwas auf den Standpunkt ankommt. Fragst du Taiwanesen bekommst du ein klares „Wir sind ein eigenes Land und gehören nicht zu China!“, zu hören, während Chinesen dir immer erzählen würden, dass Taiwan ein Teil Ihres Landes ist. Wieso das Ganze? Die Ursache hierfür liegt in der Geschichte beider Länder und ist bis heute nicht zu 100% geklärt. Fakt hingegen ist: Taiwan hat eine eigene demokratisch gewählte Regierung, alle steuerlichen Einnahmen und Ausgaben werden vom Land selbst verwaltet, Taiwan nennt eine eigene Währung sein Eigen und viele weitere Dinge lassen auf eine Unabhängigkeit schließen. Allerdings stellt das „Mutterland“ China sich etwas quer und droht unterschwellig jedem Land das mit Taiwan Handel ausübt, dass der Handel zu China abgebrochen/eingeschränkt wird und Selbiges gilt auch für die Anerkennung der Unabhängigkeit von Taiwan.
Werbung im Zug
Etwas tiefer konnte ich in die Geschichte Taiwans durch Arne eintauchen, da dieser viele Kontakt zu verschiedenen Ureinwohnerstämmen des Landes hat. Ich traf auf meiner Reise die Urweinwohnerin Pitek vom Stamm der Amis. Insgesamt gibt es in Taiwan 16 verschiedene Stämme von Ureinwohnern, welche an verschiedenen Stellen des Landes leben bzw. lebten. Natürlich leben die Ureinwohner heute nicht mehr wie früher, denn besonders die japanische Besatzung, welche 50 Jahre dauerte hatte die Folge, dass alle Stämme zivilisiert wurden und zum Teil auch missioniert. Dennoch werden die Traditionen der verschiedenen Stämme auf Festivals und im privaten weiterhin praktiziert und von Generation zu Generation weiter gegeben, genau wie die eigenen Sprachen der Stämme.
Typischer Tee aus der Region Taitung (Amis Cafe)
Mehr über meine Erfahrung in einem traditionellen Amis Restaurant erfahrt Ihr im nächsten Beitrag über Taiwan.

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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