Mittwoch, April 12, 2017

Taiwan - Auf den Spuren der Ureinwohner

Life_Gourmet
Amis Restaurant
Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung zu: Taiwan - Von Taipei die Ostküste entlang

Pitek und Ihr Lebensgefährte sammelten mich bei meiner Unterkunft ein und wir verbrachten gemeinsam einen Tag miteinander. Nach dem Mittagessen fuhren wir von Taitung aus an der Küste entlang immer die Küstenstraße 11 in Richtung Norden entlang. Wir stoppten an verschiedenen Punkten, aber leider spielte das Wetter nicht so mit wie wir das gerne gehabt hätten, daher planten wir etwas um und besuchten ein traditionelles Amis Cafe auf einem Berg. In dem kleinen Cafe mit Ausblick aufs Meer hängen Kunstwerke die von verschiedenen Amis gemalt wurden und wirklich gut gelungen sind. Ich testete einen typischen taiwanesischen Tee aus lokalen Blüten, welcher leicht süßlich schmeckte. Im Anschluss besuchten wir Freunde der beiden und auf der Baustelle des Freundes, welcher ein Künstler ist und gerade aus verschiedenen Schiffscontainern ein Haus baut, saßen wir gemütlich zusammen, während einer der Freunde mit seinen selbstgebauten Gitarren heimische Lieder sang.
Taiwanesischer Tee
Kunst von Amis
Kumpel von Pitek mit selbstgebauter Gitarre
Im Anschluss an unsere kleine Baustellen Session besuchten wir gemeinsam mit allen Freunden ein typisches Restaurant der Amis. Wir wählten einen der kleinen Pavillons am Meer aus und nahmen Platz. Der Eigentümer entschließt sich zur Feier des Tages unseres Besuches, bzw. meines, da hier sehr selten Leute die nicht vom Amis -Stamm abstammen einkehren, ein paar der traditionellen Rituale für unser Abendessen anzuwenden. Er nimmt sich sehr viel Zeit mir über Pitek (welche als Übersetzer fungier) meine Aufgabe und die Rituale zu erklären. Der Stamm der Amis ist einer der wenigen Stämme in denen Frauen das Sagen haben. Alle Jungs müssen sich durch fleißige Arbeit den Status eines Mannes erarbeiten. Dafür bekommen alle Jungen eine Art Glocken-Gürtel umgebunden beim servieren, denn je lauter bzw. mehr die Glocken läuten, desto fleißiger ist der Junge unterwegs. Ich bekomme heute einen dieser Gürtel umgeschnallt und beginne nach und nach den Gästen Tee einzuschenken. Im Anschluss serviere ich die Speisen, natürlich weiß die Gruppe nicht, dass ich Hotelfachmann gelernt habe und das servieren mir daher sehr leicht fällt. Als ich mit 5 oder 6 Tellern in den Raum hinein komme ist die Gruppe außer sich und klatscht lauthals. Nachdem ich alles serviert habe, fülle ich jedem Reis auf und der Eigentümer erklärt uns was die traditionellen Speisen der Amis enthalten. Gegessen wird mit den Fingern/Händen aus kleinen Schalen die mit Blättern ausgelegt sind. Die Speisen sind wirklich sehr aromatisch und das obwohl man fast keines der uns bekannten Gewürze nutzt, sondern diese mit vielen pflanzlichen Zutaten wie Kräutern aromatisiert. Nach dem Abendessen verabschiedet sich die Truppe und Pitek und Ihr Lebensgefährte bringen mich zurück ins Hostel. Ich kann gar nicht sagen wie dankbar ich für diesen Einblick in Ihre Kultur bin!
Ich beim anlegen des Glocken-Gürtels
Unser Abendmahl
Dieses Hostel sollte das einzige Hostel in Taiwan bleiben, denn ich hatte mir fest vorgenommen, dass Land mit Couchsurfing zu bereisen. Weiter ging es am nächsten Tag nach Kaohsiung wo mich direkt an der Bahnstation schon Jenchang erwartete. Wir machten auf seinem Roller eine Sightseeing Tour durch die Stadt und endeten auf einem Berg von dem aus man über die gesamte Stadt schauen konnte. Ein bisschen erinnert mich die Stadt an Hamburg, denn sie hat einen großen Hafen und das Feeling ist ähnlich wenn man auf die Stadt hinunter schaut. Als wir abends zu Ihm nach Hause fahren hat Jenchangs Mutter bereits Abendessen zubereitet. Viele verschiedene vegetarische Gerichte (da die Familie Vegetarier sind) von denen eines leckerer als das andere ist. Den Abend lassen wir mit einem Film und langen Gesprächen ausklingen.
Kaohsiung
Weiter geht es nach Tainan, eine der wohl ältesten Städte des Landes. Da ich erst am Nachmittag hier ankomme, nehme ich mir eines der Stadtfahrräder und erkunde die Stadt auf eigene Faust bevor es dunkel wird. Mein Abendessen finde ich heute auf einem Nightmarket und da ich leider keine Couch fand, übernachtete ich erneut in einem Hostel.

Meine vorletzte Station in Taiwan ist Taichung. Nachdem ich es mir im Stadtpark gemütlich gemacht hatte, traf ich Katie. Die junge Amerikanerin, welche Max und ich beim Wildwasserrafting in Chiang Mai/Thailand kennengelernt haben, lebt hier seid einige Jahren. Wir verabredeten uns für einen Kaffee und aus einer Stunde wurden mehrere Stunden, da wir uns total gut verstanden und verquatschten. Ich verabschiedete mich, da mein nächster Couchsurfing Host auf mich wartete. Verabredet war, dass Sven mich am Bahnhof abholt, allerdings stellte sich erst nach mehreren Telefonaten heraus, dass er an einem anderen Bahnhof stand als ich. Ich nahm den nächsten Zug und Sven nahm mich in Empfang. Er selbst war übrigens selbst auf Reisen bis er beim couchsurfen seine heutige Frau kennenlernte und bei Ihr in Taiwan blieb. Mittlerweile haben die beiden eine kleine Tochter und sind verheiratet. Gemeinsam mit seiner Frau und Ihren Freundinnen verbrachten wir einen wundervollen Abend und tranken das ein oder andere Bier. Da die Nacht zum Tag wurde, verzichtete ich auf einen Ausflug zum Sonne-Mond-See und fuhr gegen Nachmittag weiter nach Taoyuan, da in den frühen Morgenstunden mein Flug geht. Erneut nahm mich Arne und seine Familie auf und umsorgte mich, bevor ich Arne seine Easycard wieder gab und er mich morgens am Flughafen absetzte.
Wiedertreffen von Katie
Taichung
Sven, Ich und Freunde
Mein Flug ging mit Lion Air nach Osaka, allerdings war die Website der Airline seit meiner Ankunft in Taiwan down, sodass ich mich nicht nur nicht einchecken konnte, sondern auch kein Gepäck dazu buchen konnte. Dies hatte zur Folge, dass ich fast den Selben Preis fürs Gepäck wie für den Flug zahlte. Scheiß Abzockerverein! Ist ja nicht so, dass ich es nicht online zahlreich versucht hätte, dann wären es nämlich nur 20 Euro gewesen.

Kurz noch ein paar Worte zur Währung: Die Währung ist der taiwanesische Dollar, welcher einen Umrechnungskurs von 1 Euro zu 32,50 TWD hat. Dies ist der Kurs im März 2017.
Währung

Wie hat Taiwan mir gefallen?

Taiwan ist ein wundervolles Land und im Nachhinein hätte ich mir gerne etwas mehr Zeit genommen um dieses Land zu erkunden, allerdings war mir Japan zur Kirschblütenzeit etwas wichtiger, daher wählte ich diesen kurzen Zeitraum. Ein Besuch ist auf alle Fälle lohnenswert, da es Taiwan gelingt ein Teil der neuseeländischen Landschaft mit Asien zu paaren und trotz einer Ähnlichkeit zu Japan(in den Städten), lässt sich dennoch nicht verleugnen, dass Taiwan deutlich günstiger ist. In den Städten werden auch die Speisen fast überall in Englisch ausgewiesen und das macht es uns Reisenden deutlich einfacher uns darüber zu informieren was wir da gerade essen. Das Land ist ideal und erschwinglich mit Zügen und Bussen bereisbar, sodass es sich ideal für Backpacker eignet.

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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