Sonntag, April 30, 2017

Japan - Kyoto, Mount Fuji und Tokio

Life_Gourmet
Mount Fuji
 Meine ersten Beiträge zu Japan findest du hier:
Zu Beginn erst einmal etwas mehr über Hanami, wie versprochen!
Hanami ist japanisch und bedeutet übersetzt „Blüten betrachten“
Wie für die Bayern das Oktoberfest die 5 Jahreszeit ist, ist dies das Hanami für die Japaner. Diese Tradition wird in jedem Frühjahr mit dem „Kirschblütenfesten“ zelebriert, in dem die Einheimischen eine große Decke unter den Bäumen ausbreiten und gemeinsam mit Freunden, Familie und Geschäftspartnern die Schönheit der in der Blüte stehenden Kirschbäume genießen.

Die japanische Kirsche (Sakura) trägt keine essbaren Früchte und hat besonders viele Blüten, die farblich von weiß bis hinein ins pinke gehen. Vor der Kirsche blühen die Pflaumenbäume (Ume) und die Pfirsichbäume (momo). Allerdings bezieht sich Hanami hauptsächlich auf die Kirschbäume.

Von Fukuoka aus nutze ich mein Ticket für eine lange Reise nach Kyoto. Diese ca. 12Stündige Fahrt (mit dem Shinkansen natürlich deutlich schneller) hat es in sich, da ich ca. jede Stunde umsteigen muss und am Ende mit 15 verschiedenen, lokalen Zügen gefahren bin. In Kyoto angekommen checke ich für eine Nacht in ein Hostel ein, bevor ich für die nächsten 2 Tage wieder couchsurfe. Nach Tokio ist diese Stadt auf alle Fälle das Touristenzentrum Japans und besonders zur Zeit des Hanami ist mit sehr vielen Touristen überall zu rechnen. Natürlich kommt man nicht an einem der typischen Fotomotive vorbei, dem Tempel mit hunderten roter Tore.
Fushimi Inari-Taisha
Fushimi Inari-Taisha
Aber auch ein paar andere Plätze kann man in Kyoto entdecken, da besonders zur Hanamizeit viele Plätze einen ganz anderen Charme bekommen durch viele der beliebten Kirschbäume. 
Kinkaku-ji
Philosophers Path
Von Kyoto aus ging es weiter nach Nagano um dort zu übernachten. Direkt früh morgens starte ich in Richtung Mount Fuji, da auf dem Weg eines der Schlösser liegt, die mir auf meiner Reise durch Japan wärmstens empfohlen wurden: Matsumoto Castle. Vor Ort erhalte ich eine kostenlose Führung durch das wundervolle, originale Schloss von einer lokalen Organisation die den Touristen Ihre Stadt näher bringen will. Dieses Schloss wird deutlich weniger von Touristen besucht als die Meisten anderen, da Matsumoto eher kein sehr intensiver Touristenort ist wie zum Beispiel Himeji. Am Ende meiner Führung bedanke ich mich bei der jungen Dame und unterhalte mich noch lange mit Ihr über die Bräuche und Traditionen aus dieser Zeit des Landes.
Matsumoto Castle
Weiter geht es natürlich zu meinem heutigen Endziel dem Mount Fuji, der sich heute nicht zeigen will, da es bereits später Nachmittag ist als ich ankomme und die Wolken sehr tief hängen. Am darauf folgenden Tag wirkt der berühmte Berg noch immer eher schüchtern und lässt keinen Blick zu, bis der Himmel am Nachmittag für 2 Stunden aufklart und mir diesen schönen Schnappschuss erlaubt.
Mount Fuji
Meine letzte Station in Japan ist natürlich der wohl berühmteste Ort des Landes, die Hauptstadt Tokio. Mit dem Bus nur wenige Stunden entfernt vom Mount Fuji lande ich im berühmten Stadtteil Shibuya. Direkt vor dem Bahnhof findet man die berühmte Statue von Hachiko, welche vielen durch den berühmten Film über die Freundschaft eines Hundes mit seinem Herrchen bis über den Tod hinaus ein Begriff ist.
Hachiko Statue
Shibuya
Mein Airbnb beziehe ich in Hachimanyama, etwas außerhalb des üblichen Trubels der Stadt in einem Stadtteil in den man vergeblich Hotels oder andere Touristen sucht. Mit der S-Bahn nur wenige Stationen von Shibuya oder Shinjuku entfernt. Nachdem ich eingecheckt und mir ein Mittagessen zubereitet habe, fahre ich mit der Bahn zurück nach Shibuya und laufe von dort aus durch den YoYogi Park (Hanami) nach Shinjuku. Abendessen genieße ich im Stadtteil meiner Unterkunft.
Shinjuku
Direkt am 2 Tag in Tokio muss ich auf ein Ausweichprogramm zurück greifen, da es den ganzen Tag in Strömen gießt. Das Edo-Museum wurde mir von anderen Bewohnern des Airbnbs ans Herz gelegt, da es sich nicht nur um die Geschichte des Stadtteils Edo selbst dreht, sondern auch allgemeine Geschichte von Tokio und Japan in Teilen hier zu finden sind. Nachdem das Museum relativ früh gegen 17.30 Uhr seine Tore schließt und das Wetter konstant beschissen ist, beschließe ich mich heute der Erfahrung eines Besuches im traditionellen Onsen zu bereichern.
EDO-Museum
EDO-Museum
Was ist ein Onsen?
Ein Onsen ist eine Art traditionelles Schwimmbad, welches durch eine heiße Quelle gespeist wird. Die Badehäuser sind immer getrennt in einen weiblichen und männlichen Bereich und neben zahlreichen Pools mit verschieden heißen Wassern, gibt es einen großen Bereich der sich rein um die Körperpflege dreht. Hier kann man duschen, sich ein shampoonieren, teilweise Nägel schneiden und einiges mehr. Oft haben Onsen auch einen Außenbereich, da das Wasser sehr warm(heiß) ist und manchmal gibt es sogar eine Art Sauna.
Onsen (Außenbereich)
Tokio ist eine pulsierende Metropole die viele Facetten zeigt und in jedem Stadtteil den man betritt, findet man noch andere Facetten mit denen man vorher nicht gerechnet hat. Neben vielen Parkanlagen in denen man zur Hanami-Zeit die wundervollen Kirschbäume bestaunen kann, gibt es natürlich die Stadtteile, welche für Ihre Manga und Anime Kultur sehr bekannt sind, wie zum Beispiel: Akihabara. Hier reiht sich ein riesiger Manga/Anime-Shop an den nächsten und von Actionfiguren, über Comicbücher, Computerspiele und weiteres Zubehör, bis hin zu Kostümen von deinen Lieblings Charakteren findest du hier alles. Die Cosplayer (Menschen die sich wie Mangafiguren anziehen) findest du hier übrigens eher kaum und wenn doch, dann nur weil es Ihr Job ist dich in die Geschäfte zu locken. Mehr Glück mit echten Cosplayern hast du am Wochenende im in der Umgebung rund um Harajuku. Direkt am Stadtteil Akihabara liegt auch der Ueno-Park mit seinen zahlreichen Kirschbäumen, einem riesigen See und der sehr schön angelegten Parkanlage auf alle Fälle einer der schönsten, aber auch meist Besuchtesten Parks in Tokio.
Akihabara
Cosplayer
Ueno Park
Ueno Park
Das Rathaus bietet dir die Möglichkeit kostenfrei über die Dächer von Tokio in den 45 Stock zu fahren und einen Blick auf die Skyline zu genießen. Hoch kommt man meist relativ fix, nach unten gibt es eine kleine Schlange, daher kann es schon mal sein, dass man für die Runterfahrt 10 Minuten warten muss.
Tokio (Ausblick vom Rathaus)
Nach 3 Wochen Japan geht meine Reise an dieser Stelle weiter aber ich bin sicher, dass man alleine 10 Tage in Tokio verbringen könnte ohne das einem langweilig wird, weil man nichts neues mehr zu Gesicht bekommt. Die Stadt ist eine einzige kleine Schatztruhe in der man manchmal zwar etwas gräbt, aber dann wieder ein Goldstück findet.

Japan hat es geschafft mich in seinen Bann zu ziehen, vielleicht gerade weil es anders ist als jedes Land, dass ich vorher je besucht habe. Es ist kaum vergleichbar mit anderen asiatischen Ländern, weil es sich auf so vielen Ebenen von den anderen unterscheidet und genau das macht seinen Charme aus. Ein Land mit wundervoller Landschaft, einer sehr langen interessanten Geschichte und viel Kultur an allen Ecken, die nicht nur aus den Traditionen und der Geschichte des Landes hervorgeht, sondern sich stetig weiterentwickelt und neue Facetten zeigt.

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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