Mittwoch, April 26, 2017

Japan - Hiroshima, Miyajima und Fukuoka

Life_Gourmet
Hiroshima Castle
Dieser Beitrag ist eine Fortsetzung zu: Japan - Osaka, Kōya-san und Himeji

Im letzten Beitrag habe ich euch über eine Möglichkeit erzählt Japan zu bereisen ohne Railpass, aber dennoch günstiger als mit und dazu erzähle ich euch heute etwas mehr. Wie schon vorher beschrieben ist und bleibt der Railpass die Beste Variante, um flexibel und zeitsparend durch Japan zu düsen, aber es gibt in den Ferienzeiten der Japaner andere Tickets die ebenfalls hilfreich sein können. Bei mir hieß das Zauberwort "Sheinto 18". Diese Karte kann entweder an 5 Tagen genutzt werden oder durch mehrere Personen an weniger Tagen. Fakt ist du hast 5 Tage an denen du mit jedem lokalen Zug in ganz Japan hin und her fahren kannst (ja den ganzen Tag!), ausgenommen sind nur privatisierte Strecken wie zum Beispiel von Otsuki nach Kawaguchiko (Mount Fuji). Natürlich sind lokale Züge deutlich zeitaufwendiger als eine Fahrt mit dem Shinkansen (der nicht genutzt werden kann), aber dafür ist diese Karte mit 11.800 Yen (knapp 100 Euro)ein wahren Schnäppchen, denn alleine für die Strecke von Hiroshima nach Fukuoka hätte ich mehr als 25.000Yen bezahlt, aber mit der Karte waren es 2300 Yen. Das ist mal eben ein Unterschied von 200 Euro (Einzelfahrt) zu 20 Euro mit dem Ticket.

Details zum Ticket "Sheinto 18":
  • 5 Tage lang nutzbar. Die Tage müssen nicht aufeinander folgend sein, sondern können frei gewählt werden. Perfekt wenn du einige Tage in Osaka, Kyoto oder Tokio bleiben willst.
  • Die Karte ist nur in bestimmten Zeiträumen erhältlich (Ferienzeit) Infos: HIER
  • Zur Orientierung: Frühling (Mitte März bis Mitte April), Sommer (Mitte Juli bis Mitte September) und Winter (Mitte Dezember bis Mitte Januar)
  • Inkludiert ist auch die Fährfahrt nach Miyajima (JR-Fähre)
  • Erhältlich in jedem JR-Ticketverkauf (nicht am Automaten) 
  • Du kannst mehrere Tickets kaufen, da ein Tag erst abgestempelt wird, wenn du das erste Mal an diesem Tag fährst, aber achte darauf bis zu welchem Datum die Karten genutzt werden können!
Strecke planen:
  • Dabei hilft euch die App "Hyperdia"
  • Start und Ziel eintragen, Zeit auswählen und unter Details alles raus nehmen außer "local, express und walk", da alles andere nicht verwendet werden kann mit diesem Ticket. Schon spuckt euch die App eure Strecke mit Umsteigebahnhöfen aus, welche auf langen Strecken wirklich zahlreich sind. (12 Stunden Zugfahrt und 10-15 umsteigen) Wobei umsteigen meistens nur heißt, dass man auf der anderen Seite des Selben Bahngleises wieder einsteigt.
Klappt das in Japan denn mit den Verspätungen der Züge?
  • Ich persönlich habe nie Verspätungen erlebt und es ist äußerst unüblich, dass Züge nicht pünktlich sind. Viele Umsteigemöglichkeiten sind mit 1-2 Minuten getaktet (aussteigen und auf der anderen Seite desselben Gleises wieder einsteigen und tatsächlich hatte ich nie Probleme dabei meinen Zug zu erwischen! Nur der Kampf um einen Sitzplatz ist manchmal angesagt, da die Züge oft gut gefüllt sind.
Weiter mit meiner Reise...

Von Himeji nach Okayama nutzte ich das "Sheinto Ticket" nicht, da es ohne das Ticket günstiger für mich war. Wobei die Stadt jetzt nicht wirklich sehr sehenswert ist und für mich nur ein Zwischenstopp war, um die Fahrzeit nach Hiroshima am nächsten Tag etwas zu kürzen. Mein Couchsurfing-Host in Hiroshima hatte nur vormittags Zeit mir die Schlüssel zur Wohnung zu überreichen, da er den Rest des Tages arbeitete.
Okayama Castle
Am nächsten Morgen erreichte ich also Hiroshima und machte mich auf die Stadt, welche aus einen der wohl schlimmsten Umstände überhaupt Berühmtheit erlangte, einer Atombombe. Durch die Bombe ist hier in Hiroshima nicht viel Historisches zu finden, aber dennoch ist die Stadt ein wichtiger Anlaufpunkt, um auch diesen dunklen Teil der Geschichte Japans zu verstehen. Das Museum über den Atombombenanschlag liegt direkt am Park, welcher als Memorial angelegt wurde, damit die Menschen niemals vergessen was hier geschehen ist. Im Museum erhälst du einen Einblick darin warum Amerika Hiroshima auswählte, bekommst die Lebensgeschichten verschiedener "vorläufig Überlebender" geschildert und erfährst einiges über den Aufbau und die Detonation einer Atombombe und deren Kraft. Etwas vermisst habe ich, dass man kaum darauf einging, ob dieser nukleare Supergau noch heute Einfluss auf diese Region hat, wie zum Beispiel verseuchte Böden, weiterhin entstehende Missbildungen bei Kinder/Menschen und ähnliches. Auch wenn das Schloss nicht original ist kann ich einen Besuch empfehlen, da wenige Touristen sich dorthin verirren und man dadurch etwas mehr Zeit und Ruhe hat als in den bekannten Schlössern.
Brautpaar beim Fotoshooting (Hiroshima Castle)
Hiroshima Castle
Fotoshooting mit einer "Geisha"
War Memorial (Original Haus das die Bombe "überlebte")
Barack Obamas Nachricht, als er das Museum besuchte
Darstellung der Detonation der Bombe
Nach 2 Nächten in Hiroshima nutzte ich das erste Mal mein "Sheinto 18 Ticket", um von Hiroshima nach Fukuoka zu gelangen. Ich startete an diesem Tag sehr früh, damit ich noch einen kleinen Abstecher nach Miyajima machen konnte. Ich hatte viel darüber gelesen, dass die Landschaft hier ganz besonders ist und wollte mich davon selbst überzeugen. Die Fährfahrt war im Ticket enthalten, daher entstanden keine extra Kosten für mich. Empfehlenswert ist ein Ausflug dorthin in den sehr frühen Morgenstunden ab 7 Uhr, da bereits ab 9 Uhr hunderte, wenn nicht sogar 1000 Touristen auf die Insel stürmen. Alternativ kann man auch am späten Nachmittag kommen und den Sonnenuntergang von hier aus betrachten.
Torii (sehr bekanntes Bild aus Japan)
Fotobomben Reh!
Erneut laufen hier wie in Nara viele "wilde" Rehe/Hirsche rum die sehr zutraulich sind und daher eher auf die Touristen zu gehen als vor Ihnen davon zu laufen. Die Insel beheimatet eine Vielzahl an Tempelanlagen und gerade wenn du sehr früh kommst bist du hier fast alleine unterwegs. Natürlich bietet sich auch das Wander auf/in die Berge an oder du fährst mit der Seilbahn hinauf um einen Blick von oben zu erhalten.
Tempel auf Miyajima
Tempel auf Miyajima
Tempel auf Miyajima
Weiter ging meine sehr lange Zugfahrt nach Fukuoka, welches ich spät abends erreichte und dann von meinem nächsten Couchsurfing-Host in Empfang genommen wurde. Am nächsten Tag lief ich durch verschiedene kleinere Parks der Stadt wie zum Beispiel dem Maizuru Park mit den Burg Ruinen, den Ohori Park und den Nishi Park, indem mir die bisher am Meisten blühenden Kirschbäume begegneten. Endlich kann ich mein erstes "Hanami" genießen und setze mich unter die blühenden Bäume und genieße das Treiben um mich herum. Viele japanische Familien und Freunde kommen hier zusammen, breiten Ihre Decke oder Plane aus und haben Essen, Trinken und Süßes im Schlepptau, um den ganzen Nachmittag hier zu verbringen. Etwas mehr auf das Thema Hanami gehe ich im nächsten Artikel ein.


Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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