Mittwoch, Januar 25, 2017

Neuseeland - Waikaremoana, Tauranga, Rotorua und Hobbiton

Life_Gourmet
Ich während der Wanderung
Zurück zu unserer Weihnachtsschnapsidee. Über Weihnachten setzten wir uns in den Kopf einen der zahlreichen „Great Walks“ Neuseelands in Angriff zu nehmen und schlossen Aufgrund der Lage den „Lake Waikaremoana Great Walk“ ins Auge. Dieser ist 46km lang und es gilt direkt am ersten Tag 850 Höhenmeter zu überwinden, doch zu den meisten Zeiten waren die Huts bereits ausgebucht und es ergab sich nur eine Möglichkeit für uns diesen Walk machen zu können. Start am 01.01.2017 und die erste Hütte war bereits ausgebucht, sodass wir am ersten Tag direkt zur 2 Hütte wandern mussten. Dies bedeutete 20km wandern an einem Tag, 850 Höhenmeter überwinden (sowohl einmal bergauf als auch bergab) und das ganze Spiel dann noch mit 10-15Kg Gepäck, da alle Speisen für diese Tage mitgenommen werden mussten.
Ausblick auf der Wanderung
Eine Hut auf dem Weg
In den Huts selbst gibt es nur Wasser und einen Holzofen zum wärmen, sodass man selbst Toilettenpapier mit sich führen muss. Für manchen Wanderer mag dies wie ein Kinderspiel klingen, doch wir „Firsttime Wanderer“ erfuhren erst am eigenen Leib was wir uns für den ersten Tag selbst zugemutet haben. Welch entspannter und gesunder Start ins neue Jahr, dachten wir uns beim klicken des „Book Me“ Buttons an den Weihnachtstagen. Welch nicht enden wollender Weg und „Wo ist die Scheiß 2 Hütte“ dachten wir uns dann, während wir den Berg in kleinen Schritten mit unserem gefühlt stetig schwerer werdendem Gepäck erklommen. Doch stetig entschädigten der Weg und die Umgebung uns mit atemberaubenden Lookouts, schönen Fotokulissen und etwas Rückenwind.

Der zweite Tag war schon fast etwas langweilig, denn gerade einmal 12km auf relativ flacher Strecke waren zu überwinden, während man sich an den Ballast auf dem Rücken langsam gewöhnte. Hier und dort gab es kleine Erhebungen, aber das Wandern viel uns allen deutlich leichter als am ersten Tag, sodass wir sogar eine Stunde Umweg für einen Wasserfall gerne in Kauf nahmen, wenn auch ohne Gepäck, da wir dieses vorher in einem Busch platzierten und später wieder abholten.  Vielleicht die gefühlte Ruhe vor dem Sturm, denn am letzten Tag unserer Wanderung schüttete es wie aus allen Eimer und ich brauche wohl niemandem erklären, wieso mich dies etwas an Zuhause erinnert? Schließlich ist Hamburg ja auch nicht gerade für sein stetig gutes Wetter bekannt.
Wasserfall
Durch Schlamm und Wasser stapften, rutschten, sprangen, kletterten und wateten wir immer in Richtung Ziel. Knapp 5 Stunden wanderten wir durch ein nicht enden wollendes Gewitter, welches über uns schwebte und uns stetig aufzeigte das Wanderungen auf trockenen Boden ja gerade zu langweilig sind, wenn man nicht durch Matsch und Pfützen schlendern muss und teilweise Knöcheltief im Schlamm steckt, dann hat das ganze doch gar keinen Reiz! Als kleine Belohnung durften wir im letzten Hut unsere Nacht alleine verbringen, uns darin üben ein Feuer im Ofen zu entfachen und leckere kalte Spaghetti in der Dose auf einem Holzofen in der Dose zu erwärmen ohne den richtigen Moment zu verpassen in dem  die Dose beginnt sich nach außen zu wölben. Ein wirkliches Erlebnis, dass wir 3 auf alle Fälle in unser nächstes Wandergebt mit einschließen werden. Man merke: Ein Feuerzeug ist hilfreich, das Selbe Dosenfutter am 3 Tag nicht so lecker und eine Wanderung bei Sonne völlig überbewertet.
Wir am Ende der 4 Tage
Nach einem kurzen Aufenthalt in Gisborne, welches nicht wirklich sehenswert ist, erreichten wir den Ort Tauranga im Norden der Insel. Hier bestiegen wir den Berg Mount Maunganui, der sich auf einer Halbinsel etwas außerhalb der Stadt befindet und mit nur 30 Minuten Aufstieg einen grandiosen Blick über die Bay of Plenty und Tauranga selbst bietet. Auf dem Weg zu unserem Hostel spielte uns Mal wieder das Glück in die Karten, denn wir kamen an einem Freilichtkino vorbei, welches zufällig am heutigen Abend kostenlos stattfindet und noch nicht begonnen hatte. Als wir zwischen den Menschenmassen die sich zum Film anschauen hier eingefunden hatten Platz nahmen, hörten wir bereits eine uns sehr bekannte Musik. Die Titelmelodie des Filmes eröffnete den Film: Der König der Löwen und zauberte uns Gänsehaut an den gesamten Körper. Mit unseren Schlafsäcken mummelten wir uns ein und genossen den Disneyfilm aus unserer Kindheit, bevor es zurück ins Hostel ging.
Ausblick vom Mount Maunganui
Freilichtkino
Am nächsten Tag sonnten wir uns am Maunganui Beach und nahmen Melanie an die Hand, um ihr aus Ihrer Komfortzone zu helfen. Wir buchten Wildwasserrafting Grad 5 ohne sie vorher darüber zu informieren und teilten ihr mit, dass auch für Sie ein Platz reserviert ist. Beim Wildwasserrafting auf dem Kaituna River gilt es 3 Wasserfälle zu überstehen, wobei der letzte 7 Meter in die Tiefe geht und als höchster, kommerziell genutzter Wasserfall der Welt gilt. Das Ende vorweg genommen: Wir haben alle haben überlebt und Melanie hatte sogar richtig Spaß, obwohl Sie die Nacht vorher kein Auge zu gemacht hat.
Maunganui Beach
Maunganui Beach
Guter Dinge... vor dem 7m Wasserfall
Weiter ging es vom Rafting nach Rotorua. Hier besuchten wir das berühmte Wai-O-Tapu, welches ein riesiges Thermalgebiet mit geothermischer Aktivität ist. Von blubbernden, rauchenden Schlammkuhlen, über unnatürlich aussehende, hell grün gefärbte Seen bis hin zum Eierfurz-Geruch auf dem ganzen Gelände - keine Attraktion für Jedermann.
Wai-O-Tapu
Wai-O-Tapu
Wai-O-Tapu
Am nächsten Morgen spazierten wir 2 Stunden durch die Redwoods in der Umgebung. Diese Bäume wurden vor vielen Jahren gepflanzt um zu schauen, ob diese aus Kalifornien stammenden Bäume hier auch überleben können und mit der Zeit entwickelte sich ein wundervoller Wald aus den angepflanzten Bäumen.
Redwoods
Im Anschluss war es soweit! Ein Highlight für jeden „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ Fan da draußen und für jeden der die Filme gesehen oder die Büchen verschlungen hat. Wir besuchten Hobbiton, welches das originale Filmset der Hobbit Filme im Auenland darstellt. Erbaut wurde an selber Stelle auch das Set für die Herr der Ringe Filme viele Jahre zuvor, allerdings bestand der Eigentümer des Geländes damals noch darauf, dass das Filmset nach der Beendigung der Dreharbeiten zurückgebaut wird, sodass die heutige Kulisse ein exakter Nachbau der damaligen Bauten ist, welcher für die Hobbitfilme sogar um einige Hobbithöhlen ergänzt wurde. Die Attraktion ist nur als Tour besuchbar und bietet dir einen 90 minütigen Einblick in die grenzenlose Detailverliebtheit des Regisseurs Peter Jackson und die wundervollen Kulissen im Auenland. Die Tour ist mit 79$ kein Schnäppchen, doch bietet sie einen wundervollen Einblick in diese unglaublich schön erhaltene Filmkulisse und in die von J.R. Tolkien erschaffene Märchenwelt. Natürlich ist das ganze sehr touristisch und viele Touristen werden hier stündlich durchgeschleust. Erwarte keine Idyllischen, optimalen Momente um Fotos zu schießen, denn fast stetig rennt dir jemand durchs Bild, aber wenn du am Ball bleibst kannst du das ein oder andere Foto mit wenig oder ohne Touristenflut ergattern.

Aus dem Auenland führt uns die Reise auf die Halbinsel „Coromandel“. Einer der wenigen Orte in Neuseeland, wo selbst die Kiwis ihren Urlaub und ihre Feiertage verbringen. 

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Coprights @ 2016, Blogger Template