Dienstag, November 08, 2016

Australien - Perth der wilde Westen

Life_Gourmet
Skyline Perth


Spät abends landete meine Maschine auf dem Flughafen in Perth. Während des Fluges erhielten wir einen kleinen Zettel den wir ausfüllen mussten, da wir ihn bei der Einreise vorlegen mussten. Hier werden Dinge wie spezielle Güter im Gepäck, deine Anschrift und der Grund deines Besuches von Australien abgefragt. Nachdem ich meinen Backpack entgegen genommen habe erhielt ich den Stempel zur Einreise und konnte den Flughafen verlassen. Wow! Ich hatte so viele "Horrorgeschichten" über das gefilzt werden in Australien gelesen und meine Einreise war nicht anders als anderswo. Glück gehabt! Vielleicht lag es daran, dass ich aus Singapur kam und die Behörden dort nicht sehen konnten (außer im Reisepass), dass ich zuvor 1 Monat durch Indonesien gereist bin. Am Ausgang wartete bereits ein Bekannter der mich abholte und in mein Hostel chauffierte. Lars ist ein guter Freund meiner Cousine der in Perth lebt und hatte mir schon im Vorwege mit vielen Informationen und Fragen rund um meinen Aufenthalt in Australien geholfen.

Im Hostel angekommen ging es recht zügig ins Bett, um bereits am nächsten Morgen Perth unsicher zu machen. Relativ zügig merkte ich, dass in meinem Hostel nur Leute untergekommen waren die zurzeit arbeiten, einen Job suchen oder in den nächsten Tagen abreisen. Daher wechselte ich das Hostel bereits am nächsten Tag.

Australischer Dollar
Einer der ersten Anlaufpunkte in der Stadt war natürlich der übliche Gang zu einem ATM, um mir Australische Dollar zu besorgen. Der Wechselkurs liegt momentan bei 1 € zu 1,50$. Diese Zahlen lassen sich also wieder deutlich einfacher rechnen als die Zahlen mit den zahlreichen Nullen in Indonesien. Auf der Straße fragte ich mehrere ältere Australier, welches wohl der günstigste Supermarkt hier in der Gegend ist und einheitlich nannte man mir Woolworth. Wie der Zufall es will befindet sich der nächste direkt um die Ecke und ich konnte meinen Vorrat an Wasser und etwas essbaren auffüllen. In der Stadt selbst stehen übrigens überall Wasserspender, sodass man in der City selbst eigentlich nichts kaufen braucht. Mein Spaziergang führte mich durch kleine Parks, vorbei an einem Mix aus modernen Hochhäusern und alten Backsteingebäuden bis ich schließlich am Elizabeth Quay ankomme. Diesen Teil der Stadt kann man getrost mit der Hafencity in Hamburg vergleichen, da hier Fähren und Schiffe zu verschiedenen Orten in See stechen. Das gesamte Areal war bis vor wenigen Jahren noch ein Teil des Swanrivers, welcher nun trockengelegt wurde um es zu bebauen. Alles sehr modern, sauber und künstlerisch gestaltet und keinesfalls so verloren wie manche Ecken der Hamburger Hafencity. Dieser Ort ist unter Touristen und Locals gleichermaßen beliebt und genießt daher einen regen Austausch an Spaziergängern, Sportlern, Radfahrern, Schülern, Studenten und Geschäftsleuten, die hier einfach ihr Mittagessen genießen, eine Runde joggen gehen, die Nähe zum Wasser genießen oder ein paar Sonnenstrahlen tanken.

Hafencity Perth
Teil der Hafencity
London Court

Wie so oft wenn ich in einer neuen Umgebung bin fragte ich verschiedene Leute was ich in Perth unbedingt unternehmen muss und direkt der erste Herr empfahl mir einen Spaziergang rund um den Swanriver. Durch Brücken über den Swanriver sind verschiedene Teile der Stadt miteinander verbunden und dies ermöglicht einen Spaziergang bei dem man fast durchgängig am bzw. auf dem Wasser entlang laufen kann. Auf meinem Spaziergang(15km, manche würden das Wanderung nennen) durchquerte ich verschiedene Parks, besuchte eine Insel auf dem Swanriver, beobachtete eine Schulklasse beim Unterricht im freien und  genoss den Blick auf die wundervolle Skyline der Stadt.


Natürlich darf ein Besuch im berühmten Kingspark nicht fehlen, wenn man schon einmal in Perth ist. Etwas abgelegen vom Innenstadttrubel, auf einem Berg befindet sich der Park auf einer Fläche von über 4km². Hier kannst du viele einheimische Pflanzen Australiens bestaunen, einsamen Wanderpfaden folgen, den DNA-Tower besteigen, das Kriegsdenkmal besuchen oder die Natur und den Ausblick auf die Stadt genießen.


Ich persönlich liebe es durch die Fußgängerzone von Perth zu schlendern, denn jeden Tag gibt es in den selben Straßen etwas Neues zu entdecken. Zahlreiche wirklich herausragende Straßenmusiker musizieren hier, singen Opern oder trällern bekannte Balladen von Enrique Iglesias. An einem Abend entsteht plötzlich eine Art "Foodfestival" mit verschiedenen Foodtrucks und am nächsten Morgen gibt es ein kleines Festival auf dem sich Schüler von Tanz- und Gesangsschulen dem Publikum präsentieren. Direkt nebendran ist eine Meile in der für eine Tafel Geld gesammelt wird, Kinder geschminkt werden oder Unterschriften gegen Tierversuche gesammelt werden.


Ist einem der Trubel im Zentrum dann doch einmal zu viel, steigt man in den Zug nach Frementle. Dieser Teil der Stadt ist der ältesteste Teil und heutzutage so eine Art Kultviertel. Viele kleine Cafes, Restaurants und Geschäfte haben sich hier niedergelassen und schaffen eine wunderbare Atmosphäre in diesen Straßen. Da ist einem fast egal, dass der Kaffee in der gesamten Stadt mit knapp 5$ kein wirkliches Schnäppchen ist.

Koala in Frementle
Frementle

Wo wir gerade bei Luxus sind... Der wirkliche Luxus in Perth ist es sich ein Fahrrad zu mieten und die Stadt per Pedale zu erkunden. Perth ist zwar eine Großstadt, aber mit sehr wenig Verkehr, viel Wasser und gut ausgebauten Rad- und Wanderwegen. Da möchte man fast verschweigen, dass man mal eben 25-35$ für ein Tag Radfahren locker machen muss. Da kann man die Antwort einer älteren Dame (70+) in der Touristen Information auf meine Frage nach einem kostengünstigen Fahrradverleih glatt verstehen. Zitat: "Schauen Sie auf der Straße ob Sie irgendwo eins stehlen können, dass ist die einzige Möglichkeit ein günstiges Fahrrad zu finden!" Natürlich sagte sie das mit einem Augenzwinkern.
Skyline bei Nacht
Positiv dagegen zu setzen gibt es allerdings, dass die sogenannten "Cat Busse" im gesamten Innenstadtbereich kostenfrei sind. Es gibt 4 verschiedene Linien (rot, blau, gelb und grün) die besonders tagsüber alle 10-20 Minuten fahren, teilweise sogar häufiger.

Nach einigen Tagen in Perth habe ich beschlossen per Flugzeug nach Melbourne weiterzureisen, da ich weder im Hostel noch in verschiedenen Facebookgruppen oder an schwarzen Brettern passende Mitreisende gefunden habe, um einen Trip mit den Auto in Richtung Darwin oder Adelaide zu starten.

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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