Freitag, Oktober 21, 2016

Indonesien - Fährfahrt und Mount Ijen

Life_Gourmet
Kratersee Mount Ijen
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Mit einem Shuttlebus wurden wir von unserer Unterkunft abgeholt, bevor wir ca. 90 Minuten mit dem Auto zum Fähranleger gefahren sind. Dort angekommen warteten wir ca. 45 Minuten im Wartebereich bevor wir in einen Bus gestapelt wurden mit welchem wir dann auf die Fähre fuhren. Erst nach zahlreichen Minuten konnten wir mit dem Bus über den eher sporadisch wirkenden Anleger auf die Fähre fahren. Auf der Fähre angekommen verließen wir den Bus um aufs Personendeck der Fähre zu wechseln. An diesem Tag war es ziemlich heiß und die Klimaanlage drinnen wäre sehr angenehm gewesen, wäre da nicht lautstark eine indonesische Seifenoper im Fernsehen aufgedreht worden, die ein entspannen/schlafen auf dieser 5Stündigen Fahrt fast unmöglich machte. Ich bezog einen Platz an der äußeren Spitze der Fähre, wo ich fast ganz alleine war, außer eine kleine indonesische Familie. Eine angenehme Brise des Gegenwindes strömte uns entgegen und machte diesen Platz zu einer sehr angenehmen Sache. Ich nickte kurz weg und erwachte als die Familie neben mir begann ihr mitgebrachtes Essen zu verspeisen. Das kleine Mädchen der Familie kam mit einer Handvoll Keksen zu mir und schenkte sie mir. Eine rührende Geste, wenn man bedenkt in welch ärmlichen/einfachen Verhältnissen viele dieser Menschen auf der Fähre leben. Ich bedankte mich, aß die Kekse und mein knurrender Magen schien erst einmal beruhigt. Etwas später spielte ich mit dem kleinen Mädchen und Ihrem Flummi. Sie freute sich sehr, dass sie einen Spielgefährten gefunden hatte.

Fährfahrt
Während der Fahrt auf der Fähre wurde das Wetter immer schlechter und die Fähre zum Ende immer langsamer bis Sie plötzlich gänzlich stand. Warum? Unser Zielort hat nur einen Fähranleger und dieser war nicht nur belegt, sondern vor uns wartete bereits eine weitere Fähre darauf abgefertigt zu werden. Mit mehr als 90 Minuten Verspätung legte unser Schiff bei strömendem Regen an und entließ uns in die Nacht. Ein Shuttlebus brachte uns nach Ubud, wo bereits Freunde vergeblich auf ein Lebenszeichen von mir warteten, da wir verabredet waren.

Direkt bei der Ankunft im Hostel loggte ich mich ins Wlan ein und nahm Kontakt mit besagten Freunden auf.

Als ich einige Tage zuvor auf Facebook teilte, dass der Weg meiner Reise mich nach Bali führt, dauerte es nicht lange bis ich eine Nachricht von Basti erhielt, der sich eine Woche später mit seiner Freundin Jessi auf Bali einfinden wird. Unser letztes Zusammentreffen lag bereits mehr als 6 Jahre zurück und daher freuten wir uns sehr, dass wir uns wenn auch durch die Fähre mit Verspätung endlich wieder trafen. Endlich lernte ich auch seine Freundin Jessi kennen, von der ich in Telefonaten schon so viel gehört hatte.

Gruppenfoto zum Start der Tour

Schnell kristallisierte sich heraus, dass die beiden einen Vulkan besteigen wollen und da kam mein bereits erworbenes Wissen über den berühmten Vulkan Ijen ins Spiel. Ein aktiver Vulkan bei dem man nicht nur auf den Krater klettern kann, sondern sogar in den Krater hinein. Doch das Highlight ist natürlich die seltene blaue Lava in Verbindung mit einem wundervollen Kratersee. Recht zügig waren die beiden Feuer und Flamme für diese Idee und nach dem Vergleich zahlreicher Anbieter für eine Tour von Ubud aus entschieden wir uns für die Empfehlung eines anderen Reiseblogs, welcher in seinem Artikel Kontaktdaten veröffentlicht hat. Nach einer kurzen Anfrage per Whatsapp und der Preisverhandlung stand es fest... Morgen Abend brechen wir auf zum Ijen!

Gegen 18 Uhr holte uns unser Tourguide mit seiner Fahrerin(seiner Ehefrau) am Coco-Markt im Zentrum von Ubud ab. Unser Weg führte uns in Richtung Nordbali und dann auf der Nordstraße in westliche Richtung nach Gilimanuk. Von hier aus fahren die Fähren, welche im halbstündigen Takt nach Java übersetzten. Nach ca. 90 Minuten Fahrt legten wir am Hafen Banyuwangi an. Hier wurden wir direkt mit einem Jeep abgeholt und zum Startpunkt unserer Besteigung des Ijen gebracht. Etwa gegen 0.30 erreichten wir den Startpunkt und wie geplant stärkten wir uns in einer kleinen Hütte mit Nudeln, Obst und Tee bevor um 1.00 Uhr die Pforte für Besucher geöffnet wird.

Warum muss das ganze eine Nachtaktion sein? Weil man die blaue Lava nur im Dunkeln sehen kann!

Die erste Etappe ist das beschwerliche Stück sagte unser Guide. Ja es war etwas steil und kurvig, aber selbst für mich als sporadischen manchmal Wanderer in einem angenehmen Tempo gut machbar. Die ganz Faulen Säcke können sich in eine Art Anhänger setzen und sich von 3 Einheimischen den Berg hochziehen lassen, natürlich für den entsprechenden Preis. Nehmt euch also genug Zeit und macht zwischen durch kleine Pausen dann schafft auch ihr das! Nach dem 1 Stützpunkt auf dem Wanderpfad meinte der Guide, dass es noch 2 kurven lang etwas steiler ist und danach einfacher wird. Die letzten steilen Meter wanderten wir den Berg hinauf und wie vom Guide angekündigt, wurde die Strecke nun fast ebenerdig und ein richtig netter Spaziergang zum Kraterrand.

Ich möchte nochmals dazu erwähnen, dass dieser Aufstieg komplett im dunkeln stattfindet und man nur durch die Stirnlampen den Weg findet, da es hier natürlich keinerlei Beleuchtung gibt. Auf dem Kraterrand spazierend führte an einem Ende des Krater ein kleiner steiler Weg in den Krater hinein. Das Gefühl auf dem Rand entlang zu spazieren iszt sehr erhaben auch wenn man aufgrund der Dunkelheit nichts sehen kann. Der Schwefelgeruch wurde nun deutlich intensiver und ab und an mussten wir sogar die Gasmaske aufsetzen, da uns riesige Schwefelwolken entgegen kamen. Faszinierend ist an diesem Vulkan übrigens auch, dass es hier Leute gibt die den Schwefel per Hand abbauen und in einer Art Korb zum Kraterrand transportieren. Von dort aus wird der Schwefel auf den 1.Stützpunkt gerollt, da dies auch die Wiegestation ist. Pro Kg erhalten die "Bauern" 6€ was einem Monatsgehalt von 200-300€ entspricht. Natürlich arbeiten diese Leute ohne jegliche Ausrüstung, geschweige denn einen Mundschutz. 2-3 Mal täglich laufen die Arbeiter den steilen Weg zum Krater hinunter, um Schwefel abzubauen und diesen in Körben über der Schulter nach oben zu transportieren.

Blaue Lava
Kratersee Mount Ijen
Arbeiter im Krater
Teil des Abstiegs in den Krater
Schwefel
Gruppenfoto am Kratersee
Nun ist es soweit! Zwischen den Rauchschwaden sehen wir das erste Mal die blaue Lava brodeln. Ein Vulkan, ein echter aktiver Vulkan und wir stehen mitten drin! Neben zahlreichen Blitzen und Leuten die Ihren Mut überschätzen und viel zu nah an den Krater treten und in den Rauchschwaden verschwinden, saßen wir einfach auf einer Art Klippe und genossen diesen Moment in vollen Zügen. Die brodeln Lava hatte eine solch beruhigende Wirkung auf uns, dass wir einfach staunten und die Menschen um uns herum vergaßen.

An einem kleinen Seiten Hang führte ein weiterer Weg noch etwas tiefer in den Vulkan hinein. Langsam wurde es etwas heller und der wir konnten sehen wieso wir noch weiter runter geklettert waren, von hier aus hatten wir einen fantastischen Blick auf den Kratersee, welcher beim Sonnenaufgang eine wunderbare hellblaue Farbe hatte, obwohl es eines der "ätzenden" Gewässer der Welt ist. Ein paar Momente später folgte nun der Aufstieg zurück auf den Kraterrand und die Wanderung zurück zum Parkplatz unseres Jeeps. Total geflasht und zugegebener Maßen etwas keuchend durch den schwefelhaltigen Qualm, gelangten wir nach unserem 2 stündigen Aufstieg in nicht einmal der halben Zeit zurück zum Auto. Ein wirklich beeindruckendes Erlebnis, welches wir so schnell nicht vergessen werden!

Aussicht vom Rand des Kraters
Aussicht vom Rand des Kraters
Zurück im Jeep führte uns unser Guide erst einmal zur Stärkung in ein Restaurant, bevor es zurück zur Fähre und dann nach Bali ging. Wie gewünscht setzte man uns in Lovina ab, einen kleinen Ort im Norden von Bali. Nach der Ankunft dort checkten wir in unser Gästehaus ein und genossen den Tag im Pool, bevor wir zu Abend aßen und recht früh ins Bett verschwanden.


Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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