Donnerstag, Juni 02, 2016

China - Etappe 5: Hangzhou + Shanghai

Life_Gourmet
Tiefen entspannt von unserer Kreuzfahrt auf dem Yangtse, erreichen wir die schönste und eleganteste Stadt der Welt, wie bereits Marco Polo - Hangzhou betitelt haben soll. Die Stadtregion hat über acht Millionen Einwohner und liegt an der Mündung des Qiantang-Flusses. Noch heutzutage gilt die Stadt als eine bedeutende Produktions- und Handelsstätte für chinesische Seide und Tee.

Nǐ hǎo Hangzhou!

Nachdem wir erst in der Nacht in unserem Hotel angekommen waren, fielen wir müde ins Bett und gelangten fix ins Reich der Träume. Der frühe Vogel... hat ein volles Tagesprogramm und daher gehts früh aus den Federn und nach dem Frühstück auf in Richtung Pagode der 6 Harmonien.

Pagode der 6 Harmonien

Im Jahre 970 erbaut, war die Sechs Harmonien Pagode einst eine siebenstöckige Steinpagode. Erst später wurde eine 13-stöckige hölzerne Pagode mit einer Holzkonstruktion als Außenseite gebaut. Die oberste Ebene, bietet eine schöne Aussicht auf die umliegenden Berge, den Qiantang Fluss und die große Qiantang Brücke. Heute ist die Pagode ca. 60m hoch und dient als Räumlichkeit für die Aufbewahrung von Reliquien und als Leuchtturm für die Schifffahrt. Mit den Sechs Harmonien sind die 6 Gebote in der buddhistischen Lehre gemeint: Harmonie des Körpers, des Mundes, des Denkens, der Enthaltsamkeit, der Sinne und des Wohlstandes. Unserer Meinung nach, gab es deutlich sehenswertere Pagoden auf unserer Reise, wie zum Beispiel die rote Pagode, während der Yangtse-Kreuzfahrt.

Grüntee-Plantage

Der Besuch einer Teeplantage ist die perfekte Möglichkeit die chinesische Teekultur hautnah zu erleben. Nicht nur für mich als Gastronom ein Muss, wenn ich schon mal direkt vor Ort bin, sondern für jeden die perfekte Möglichkeit den Prozess von der Teepflanze bis in die Tasse anschaulich zu erleben. Außerdem bietet die Region rund um Hangzhou mit dem Drachenbrunnentee einen sehr bekannten und schmackhaften grünen Tee.

Bootsfahrt auf dem Westsee

Der Westsee ist für seine Schönheit in ganz China und teilweise in der ganzen Welt sehr berühmt. Er gilt als Hauptattraktion in Hangzhou und zieht jährlich nicht nur tausende ausländische Touristen an, sondern vor allem auch sehr viele Chinesen. Auf dem Areal rund um den See herum gibt es viel zu sehen und entdecken. Viele schöne Parkanlagen, mehrere Pagoden, darunter ist auch die Leifeng-Pagode im Süden des Sees. Wir erkundeten den See auf einer Bootstour und konnten uns so ein ganz eigenes Bild machen, ob der Westssee wirklich so schön ist, wie viele klassische Dichter + Poeten Chinas es behaupten. Ein sehr berühmtes Bild inmitten des Westsees ist,  dass drei Tiefen (drei kleine Steinpagoden) den Mond mitten im Westsee spiegeln. Dieses Bild kannst du auch auf der Rückseite des 1 Yuan-Scheines finden.

Park der Gelben Drachenhöhle

Der Park der "Gelbe-Drachenhöhle" ist heute ein wundervoll angelegter Garten, wo man seltene Bambussorten findet und bei gutem Wetter, auf einer Open-Air Bühne, lokale Opern miterleben kann. Einer Legende nach, soll an diesem Ort früher ein taoistisches Kloster gewesen sein. In einem sehr heißen Sommer soll es den dortigen Mönchen an Trinkwasser gemangelt haben. In der Nacht konnten die Mönche nur Lärm hören und am nächsten Tag bestaunen, dass eine Quelle entstanden war, welche aus einem Stein, der geformt war wie ein Drachenkopf, Trinkwasser für die Mönche spuckte. Dieser Geschichte nach empfunden hat man der Quelle einen gelben Drachenkopf aufgesetzt und kann noch heute den Drachen Wasser speien sehen. Das Schöne an diesem Park ist, dass es sehr viel weniger Touristen gibt und wir daher unter den einheimischen durch diesen Park schlendern konnten. Überall konnten wir Tee trinkende, Mah-Jongg spielende und tanzende Einheimische sehen, die die Ruhe dieses Ortes in vollen Zügen genossen.

Hier findest du ein kurzes Video auf meinem You-Tube Kanal dazu: Hier

Besuch der Altstadt He Fang Jie

Wie in jeder Stadt machten wir auch in Hangzhou einen Abstecher in die Altstadt. Einen Besuch der "traditionellen" Qinghefang Straße, kannst du dir mit Verlaub sparen, da es eine Straße ist die fast ausschließlich aus touristisch orientierten Geschäften und Restaurants besteht. Natürlich ist die Atmosphäre dieser Straße durch die alten Gebäude, wie bereits in anderen Städten unserer Reise sehr angenehm, allerdings ist es auch der einzige Charme den diese Straße versprüht. Wenn du noch auf der Suche für ein Souvenir bist, findest du hier ganz sicher etwas.

Mit dem Bus führte uns unsere Reise am nächsten Morgen direkt in die Weltmetropole Shanghai. Mit einer gerade mal 2 Stündigen Fahrt, eine der angenehmsten Strecken, wenn man sonst 6-8 Std. im Schnellzug sitzt, um von Ort zu Ort zu gelangen.

Shanghai

ist die reichste und modernste Millionenstadt Chinas. Die Stadt liegt an der Ostküste, südlich von der Yangtse-Mündung und lässt sich heute in zwei Gebiete unterteilen. Das moderne Pudong liegt östlich des Huangpu Flusses und besticht durch viele Wolkenkratzer, Neubauten, dem Flughafen und dem riesigen Hafengebiet. Der traditionellere Teil "Puxi" liegt westlich des Huangpu Flusses. Verbunden sind die beiden Stadtteile durch die Nanpu-Brücke, welche die längste Hängebrücke der Welt ist.

Der Bund / Skyline

Neben der atemberaubenden Skyline, welche sowohl bei Tag als auch bei Nacht ein Highlight für sich ist, gibt Shanghai noch einiges mehr her. Der Bund ist die lange, weltberühmte Uferpromenade westlichen des Huangpu Flusses. Heute zählen zum Bund ca. 50 verschiedenen Gebäuden in unterschiedlichen Baustilen (Gotik, Barock, Romanik, Renaissance und Klassizismus). Hier kannst du die steinernen Zeitzeugen aus der kolonialen Vergangenheit Shanghais begutachten, welche noch heute eindrucksvoll den Reichtum und die Macht des damaligen Kolonialhandels präsentieren.

Auf Stippvisite durch Shanghai besuchten wir das "Shanghai Museum", ein traditionelles Teehause, die berühmten Yu-Gärten mit ihrer traditionellen, chinesischen Gartenbaukunst, den Jade-Buddha-Tempel und eine Seidenspinnerei.

Pudong

ist der moderne Stadtteil von Shanghai und liegt östlich des Huangpu Flusses. Pudong besticht durch seine zahlreichen Wolkenkratzer, viele Neubauten, den Flughafen und das riesige Hafengebiet. Natürlich wollten wir uns nicht nehmen lassen, den neuen Prachtbau der Stadt einen Besuch ab zustatten. Der Shanghai-Tower ist mit 632m das 2 höchste Gebäude der Welt und wurde Ende 2015 fertig gestellt. Die Besucherplattform befindet sich auf der schwindelerregenden Höhe von 492m. Der 2 höchste Tower der Stadt ist das Finanzcentrum (wir betitelten es als Flaschenöffner). Der Preis mit knappen € 20,00 für den Besuch des Shanghai-Towers lohnt sich auf alle Fälle für einen wunderbaren Blick von oben! Allerdings kann heutzutage noch nicht jedermann einfach hoch fahren, nur vorher reservierte Reisegruppen können die Besichtigung der Plattform über Ihre Agenturen buchen. Vorteil: Von unserer Gruppe sind 8 Personen hoch gefahren und wir hatten die Besucherplattform für uns alleine! Herrlich!

Traditionelle Teeverkostung

Etwas versteckt in der 3.Etage eines Gebäudes in Mitten der Altstadt Shanghais, besuchten wir ein kleines Teehaus. Hier hatten wir die Möglichkeit von klassischen Teesorten, über Hibiskusblüten bis hin zum berühmten Drachenbrunnentee mehrere Sorten zu verköstigen. Eins echter Genuss und ein unbedingtes Muss auf einer Reise durch China, wenn man ein Teetrinker ist!

Jade Buddha-Tempel

Der Tempel wurde 1882 mit 2 Buddha-Figuren aus echter, weißer Jade gegründet, die aus Birma nach Shanghai gebracht wurden. Die größere von beiden Statuen ist knappe 2m hoch und wiegt 3 Tonnen. Das

Fotografieren der Statue ist verboten, wobei wer hält sich schon an Verbotsschilder? Der Tempel gilt als wichtigster buddhistischer Tempel für die Han-Chinesen und ist einer der wichtigsten Orte für den Buddhismus in China. Alle Renovierungen und Erweiterungen des Tempels werden durch Spenden finanziert, welche von Jahr zu Jahr mehr werden, da alleine der Zuwachs an Touristen immens ist.

Yu Garten

Der Yu Garten liegt direkt neben der Altstadt in Anren Jie und ist eine wundervolle Parkanlage mit traditioneller, chinesischer Gartenbaukunst. Fertiggestellt wurde der Garten im Jahre 1577 von Pan Yunduan, einem damaligen Staatsangestellten. Ganz besonders bekannt ist die Zickzack-Brücke im Inneren Garten. Sie läuft quer über einen See mit Goldfischen und das Teehaus mit dem Ufer. Diese Brücke sollte die bösen Geister abhalten, denn die Chinesen glauben, dass Geister nur geradeaus gehen können und somit nicht in der Lage sind die Brücke zu überqueren. Der Jadefelsen. im Garten ist 3m hoch und hat zahlreiche Löcher. Angeblich ist es so, dass wenn man ein Räucherstäbchen unter ihm entzündet, tritt der Rauch aus allen Löchern des Steins. Gießt man Wasser auf den Stein, so fließt das Wasser aus allen Löchern, wie bei einem Brunnen.

Die Nanjing-Straße

Die Nanjing-Straße verläuft vom Bund im Osten bis zur Yan‘an Straße im Westen und zählt zu den bekanntesten Einkaufsstraßen Chinas. Bereits zu Zeiten der britischen Konzession, wurden viele westliche Waren nach Shanghai importiert und so bildete sich auf der Nanjing-Straße eine der ersten chinesischen Einkaufsstraßen. Der Hauptabschnitt ist mittlerweile eine Fußgängerzone an der sich moderne Kaufhäuser, internationale Ketten und Restaurants aneinander reihen. Wir haben die Straße tagsüber und nachts unter die Lupe genommen und fanden die Atmosphäre in den Abendstunden deutlich beeindruckender, obwohl die Straße mindestens genau so voll von Menschen war wie tagsüber.

Seidenspinnerei

In einer Seidenspinnerei konnten wir hautnah miterleben, wie aus den Fäden der Seidenraupen, die Kissen und Decken aus Seide hergestellt werden. Von den "Verkaufsfahrten", war dies die einzige, bei der man wirklich gesehen hat wie das Produkt verarbeitet und hergestellt wird.

Resümee Hangzhou + Shanghai

Beide Städte haben Ihren ganz eigenen Charme. Während Shanghai dich mit eher modernen, mega Metropolen Eindrücken umhaut, kommt Hangzhou trotz seiner Größe deutlich ländlicher und grüner daher. Natürlich sind beide Städte touristisch gut erschlossen und die eine steht der anderen in nichts nach, aber durch die landschaftlichen Gegebenheiten unterscheiden sich die Städte sehr. Vielleicht ist es auch gerade dieser harte Gegensatz sich die Städte direkt nach einander anzuschauen, aber uns haben beide Städte in Ihren Bann gezogen. Ich persönlich fand in Hangzhou sehr angenehm, dass es einige Sehenswürdigkeiten gab, bei denen relativ wenig Touristen waren und man so ein besseres Gefühl für diese Orte und Umgebungen bekommen konnte. Die Fahrt auf dem Westsee hingegen glich eher einer Massenabfertigung! Mal ganz davon ab, dass wir auch in Deutschland und Europa schon deutlich schönere Bootstouren gemacht haben. Shanghai würden wir uns jederzeit wieder von oben anschauen, der vergleichsweise günstige Preis mit €20,00 ist nichts gegen über €100,00 die man in Dubai berappen müsste. Bei freier Hotelwahl gebt lieber etwas mehr Geld aus und schaut, dass euer Hotel zentral liegt, denn Shanghai ist wie die meisten chinesischen Großstädte sehr sehr weitläufig.

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Etappe 6: Guilin + Hongkong

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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