Dienstag, Mai 24, 2016

Indien anders als gedacht (Teil 2)

Nora

Hier nun der 2. Teil unserer Reise nach Indien. Den ersten Teil findest du hier.

So schnell vergeht die Zeit und da war schon die erste Woche in Indien rum und ich hatte soviel erlebt, wobei wir aber nicht von Ort zu Ort gehetzt sind. Ich dachte manchmal es kann nicht noch krasser oder schöner werden, aber das wurde es auf unserer Reise in den Süden von Goa. Wir fuhren also von der Unterkunft Saraja mit verschiedenen Bussen bis nach Palolem Beach. Auf den Fahrten veränderte sich schon die Natur, es wurde noch grüner und auf einmal waren direkt vor uns Berge.
Busfahrt nach Palolem
Eine Situation auf der Reise in den Süden Goas werde ich vermutlich nie vergessen, obwohl es nur ein Moment war und für viele vermutlich nichts Besonderes. Hannah und ich saßen also in einem dieser Busse die in Deutschland seit Jahrzehnten keinen TÜV mehr bekommen würden. In den Bussen gibt es immer sitze nur für Frauen, alte oder Kranke Menschen. Wir saßen auf dem Sitz für Kranke Menschen, anfangs kein Problem da der Bus noch nicht so voll war. Nach einer Weile änderte sich dies allerdings und eine sehr alte Dame stieg in den Bus. Ich sah, dass ihr keiner den Platz anbot, also sprang ich auf und gab ihr meinen. Die ältere Dame schaute mich erst verwundert an, aber nahm dann mein Angebot an. Sie strahlte über ihr ganzes Gesicht und ich bekam mit, wie sie began ein Gebet für mich zu sprechen. Im Verlauf der Reise bedankte Sie sich weitere 1000mal bei mir und strahlte mich über fröhlich an. Als sie ausstieg, bedankte Sie sich noch unzählige Male und verabschiedete sich von uns. Für uns war es eigentlich nichts Besonderes, aber diese Frau war in diesem Augenblick so dankbar, für eine solche Kleinigkeit. Mir war in diesem Augenblick schon bewusst, es werden nicht die Natur, die spektakulären Busfahrten, die Traum Strände, die Partys oder die Mückenkämpfe sein, die mich für immer an Goa erinnern werden, sondern die alte Dame aus diesem Bus, die für ein paar Minuten unglaublich Glücklich war.
Nach dieser wundervollen Busfahrt kamen wir also in Palolem Beach an und BÄM es war unser Ort in Goa, wir wussten schon nach den ersten 1-2 Tagen wir bleiben die komplette letzte Woche dort. Ja Palolem Beach ist auch ein Touristenort, aber auf eine ganz andere Art und Weise. Der Strand ist übersät mit kleinen Fischerbooten, die Touristen waren alle viel entspannter und die Inder total liebevoll. Wir lernten direkt am ersten Abend einen Local kennen, sein Name ist „Käpten“. Sein Vater ist Fischer und er macht Touristentouren zum Butterfly Beach. Wir verstanden uns so gut, dass er seine Tour für uns kostenlos machte (yiiihaa)! Wir fuhren also als Privattour los und schauten uns an den Butterfly Beach. So einen kleinen Strand habe ich noch nie gesehen, ich würde behaupten 10Meter lang und es ging im Wasser sofort runter…hieß also- Anlauf nehmen und Arschbomben! :D Es war so ein magischer Ort von dem wir am liebsten nicht mehr weggefahren wären. Leider muss man sagen, dass selbst dieser Ort voller Müll war und wir uns gefragt haben warum tun wir Menschen der Natur so etwas an?

unsere Unterkunft

Die nächsten Tage waren ein Mix aus, am Strand liegen, kleine Wanderungen unternehmen, River Bootstour und Rollertouren zu anderen Stränden und in die Berge hinein. Die Flusstour hat Hannah nur so beschrieben: Ich wusste gar nicht, dass Indien auch so ruhige Ecken hat. Und damit hat sie voll ins Schwarze getroffen, mehr wie das Wasserrauschen und die 100 verschiedenen Vogelarten hat man nicht gehört, denn ansonsten war ich noch nie in einem so lauten Land. Alle Menschen schreien, Autos, Roller und Busse hupen, Hunde bellen ununterbrochen, Ventilatoren sind laut usw.. Aber nicht dieser Ort, dieser Ort schenkte uns für 1 Stunde eine unglaubliche Ruhe.
Eines der Highlights war auch unsere Rollertour in die Berge, wir sahen wilde Affen, einsame Dörfer wo die Kinder so begeistert waren uns zu sehen und wir uns fragten was tun die Menschen hier den ganzen Tag?, verlassene Festungen aus der Zeit der Portugiesen und kleine Teeplantagen.
Cola Beach
ehemalige portugiesische Festung
Leider verging die Zeit sehr schnell und so musste ich mich nach 17 Tagen in Indien, leider schon wieder verabschieden. Natürlich wieder mit Verspätungen unserer Flüge, wie soll es in Indien auch anderes sein. Hannah flog zurück nach Delhi und ich zurück zum Ausgangspunkt nach Hamburg.

warten auf die Rückflüge
Viele schreiben im Internet immer, dass vor allem Goa nicht das richtige Indien ist. Darüber habe ich mit Hannah länger diskutiert und wir meinten dann: Was ist das "richtige" Indien? Indien ist ein riesen Land mit so vielen verschiedenen Menschen, Sprachen, Religionen, Landschaften, Kasten, Reichtum und Armut. Hannah hat in Delhi sehr viel mit Einheimischen zutun und wir haben auf unserer Reise sehr viele kennengelernt und dadurch gemerkt, dass jeder Ort in Indien komplett unterschiedlich ist. Der Norden, der Osten, der Süden und der Westen. Es gibt nicht das EINE Indien, Indien ist so viel, aber auf keinen Fall ein Land was einfach in eine Schublade gesteckt werden kann.
Ich werde auf jeden Fall wiederkommen und weitere schöne Ecken dieses Landes besuchen.
Abschließend einen Satz den Hannah immer gesagt hat:
Alles trifft auf Indien zu, genauso wie das Gegenteil.

Top 7 - Dinge die in Indien ganz anderes sind:


  1. Beim Tanken steigt JEDER aus dem Auto aus, es könnte ja explodieren.
  2. Man kann an fast allen Kiosken Benzin in Plastikwasserflaschen kaufen.  
  3. Wenn der „Supermarkt“ oder Kiosk nicht genug Rückgeld hat bekommt man halt Schokolade oder Kaugummis.
  4. Inder ziehen IMMER ihre Nase hoch, denn es ist unhöflich sich vor anderen die Nase zu putzen
  5. An jedem Strand sind Bademeister, da ist es egal ob kein Mensch gerade an diesem Strand ist, denn 70% der Inder können nicht schwimmen.
  6. Inder gehen IMMER in ihrer Unterhose „schwimmen“ und Inderinnen in ihrer Straßenkleidung wie z.B. im Sari
  7. Inder sind immer zu spät, außer die Taxifahrer die sind eher 5Minuten zu früh.

Nora / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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