Samstag, April 30, 2016

China - Etappe 1: Peking

Life_Gourmet


Nach unserem Flug von Frankfurt nach Shanghai, erreichten wir über einen weiteren Flug von Shanghai den Startpunkt unserer 20 tägigen Rundreise durch China. 

Nǐ hǎo Beijing!

Boah ist das heiß hier! Ist der erste Gedanke, der sich nach dem Verlassen des Flughafengebäudes in unserem Kopf einbrennt. In Deutschland waren wir mit feuchten 5° Celsius gestartet, welche wir gegen  trockene 25° C in Peking eintauschten. Unsere Reiseleitung begrüßte uns und stellte fest, dass ein solch warmes Wetter Anfang April in China eher sehr untypisch ist, besonders im Norden des Landes. Wir hingegen fluchten ein bisschen in uns hinein, da wir um Platz für Schal und Mantel zu haben auf 2-3 kurze Hosen im Gepäck verzichteten. Doch die Freude über das hammermäßige Wetter überwiegte schnell und es gibt ja nichts, was man nicht nach kaufen kann.



Olympia Gelände in Peking

Aus dem Flugzeug in den Bus und schon beginnt die Tour zum Olympia Park von Peking. Im Jahre 2008 fanden die olympischen Sommerspiele hier statt und das ganze Areal wurde speziell für diese Spiele neu angelegt und bebaut. Die Deutschen erlangten mit 41 Medaillen den 5 Platz im Medaillenspiegel dieser Spiele. China hingegen holte 100 Medaillen und davon sogar 51 goldene - Heimsieg auf ganzer Linie, würde ich sagen! Die prägnantesten Gebäude dieses Olympia-Parks sind ohne Zweifel das Vogelnest, welches mittlerweile das Nationalstadion Pekings ist und das nationale Schwimmzentrum in der direkten Umgebung des Stadions, welches für seine Waben-Form an der Fassade bekannt ist.


 

Neuer Sommerpalast  

Direkt im Anschluss steuerten wir bereits eines meiner Highlights an. Der "neue" Sommerpalast liegt etwas westlich der Stadt Peking und erstreckt sich auf einer 290 ha großen Anlage. Besonders bekannt sind ein Schiff, welches komplett aus Marmor besteht, ein über 700m langer Wandelgang und die Gaoliang-Brücke. Dieser kaiserliche Garten wurde als Geschenk eines Kaisers für seine Mutter errichtet und gilt als einer der Höhepunkte der chinesischen Gartenkunst. Meiner Meinung nach ist der Sommerpalast noch immer einer der schönsten Flecken in Peking, auch wenn er zum Teil sehr Menschen überlaufen ist. Am Tag unseres Besuches war der Besucheransturm gut erträglich, da die Hochsaison später beginnt und wir somit super Wetter hatten und die vorhandenen Besucher sich gut auf dem riesigen Gelände verteilten.



Am nächsten Morgen starteten wir unseren Ausflug mit der weltbekannten chinesischen Mauer.

Die Große Mauer

Kennst du die Bilder auf denen die Mauer keine Treppen hat und man gedacht einfach die gerade Ebene der Mauer entlang schlendern kann? Das war auf alle Fälle ein anderer Teil der Mauer, als der den wir besucht haben. Wie du sehen kannst hat die Mauer sehr wohl auch sehr steile, stufige Teile, welche selbst für geübte Sportler eine echte Herausforderung darstellen! Hunderte von steilen Stufen (bis 80°) führen von Turm zu Turm, allerdings gleicht keine Stufe der anderen. Eine ist höher als die andere und die nächste doppelt so tief wie die vorige. Das heißt Blind die Treppe hoch gehen kann man hier vergessen, denn dann ist ein Sturz vorprogrammiert! Wir haben den Teil "Simatai" besucht, der nach Restaurierungen im Jahre 2014 wieder eröffnet wurde. Es wird vermutet, dass die Bauarbeiten an der historischen Grenzbefestigung bereits 700 vor Christus begonnen wurden. Die Gesamtlänge der Mauer beträgt mehr als 21.000km und macht dieses Bauwerk zum größten der Welt.



Die Ming-Gräber

Im Anschluss an die Mauer besuchten wir die Ming-Gräber, welche etwa 50km entfernt von Peking in der Nähe des oben genannten Mauerabschnittes liegen. Berühmt ist diese alte Begräbnisstätte, da 13 der 16 Ming-Kaiser hier begraben wurden. Wie bei vielen anderen touristischen Sehenswürdigkeiten, sind auch die Ming-Gräber erst zum Teil erschlossen und für  Touristen zugänglich gemacht worden. So sind heutzutage erst 3 Gräber für die Öffentlichkeit begehbar, sowie der 7km lange Seelenweg, welcher mit vielen Statuen von Tieren und Beamten gesäumt ist. Die Anlage ist recht schön angelegt, allerdings sind die Gräber bzw. die Gebäude eher unspektakulär, da Sie sehr den Gebäuden in der Verbotenen Stadt ähneln. Das mag vermutlich daran liegen, dass beides im selben Zeitraum gebaut wurde. Der Vorteil ist, dass die Gräber deutlich ruhiger sind was Touristen angeht, im Vergleich zur Verbotenen Stadt.



Auch unser 3.Tag in Peking hatte einiges an Programm für uns zu bieten.

Der Himmelstempel

Der Himmelstempel wurde erbaut, damit der Kaiser bei den Göttern für eine gute Ernte beten konnte. Er steht im Süden von Peking und ist noch heutzutage der wichtigste der fünf heiligen Tempel in der gesamten Stadt. Die Tempelanlage gilt als eine der größten und besterhaltensten Tempelanlagen weltweit. Für mich ist diese Tempelanlage die schönste von allen Tempeln die wir auf unserer Reise besichtigt haben. Neben dem Inneren Bereich mit dem Tempel selbst, hat die Anlage verschiedene Vorkammern bzw. Außenbereiche in denen das Leben spielt. Man sieht viele einheimische Menschen die tanzen, spielen, sporttreiben, musizieren und vieles mehr. Es gibt einen "Heiratsmarkt", wundervoll angelegte Parkflächen mit vielen Pflanzen und trotz vieler Menschen kommt nie ein beengendes Gefühl auf, denn die Anlage ist riesig groß.

Hier findest du ein kurzes Video der Tänze auf meinem You-Tube Kanal: Hier




Der Tian'anmen Platz "Platz des Himmlischen Friedens"

Der Tiananmenplatz ist ein Platz im Zentrum von Peking. Mit seiner Größe von knapp 40ha gilt er als einer der größten befestigten Plätze der Welt. Er wird umrandet von vielen wichtigen Gebäuden, darunter sind unter anderen das Tor des Himmlischen Friedens (Eingang zur Verbotenen Stadt), das Parlamentsgebäude und das Chinesische Nationalmuseum. Ich persönlich finde den Platz sehr unspektakulär. Man kann einen Spaziergang darüber machen, wenn man eh in der Gegend ist, um zum Beispiel den Kaiserpalast zu besuchen. Eine Besuch nur um des Platzes willen, halte ich für sehr enttäuschend.



Die Verbotene Stadt "Kaiserpalast"

Die Verbotene Stadt befindet sich im Zentrum Pekings. In diesem riesigen Komplex lebten und regierten die amtierenden Kaiser bis 1911. Der normalen Bevölkerung war der Zugang verwehrt, daher der Name "Verbotene Stadt". Der Bau dieser Stadt wurde nach einem rechteckigen Grundriss entsprechend dem Prinzip des Ying + Yang veranlasst. Mit einer Fläche von über 720.000m² und mehr als 10.000 Zimmern ist es fast unmöglich das gesamte Areal unter die eigene Lupe zu nehmen. Der Großteil ist heutzutage touristisch erschlossen, ein Teil der Paläste wird allerdings von Abgeordneten und Ministern bewohnt und ist daher nicht zugänglich. Mir persönlich war die Anlage schon fast etwas zu mächtig. Die großen Gebäude ähneln sich alle sehr und trotz der Bewunderung dieser Baukunst, besonders im Bezug auf das Alter der gesamten Anlage, ist es nach dem 6 oder spätestens 7 Gebäude sehr eintönig. Sehr gut gefallen hat mir hingegen der Park am nördlichen Ende der gesamten Anlage, also haltet durch! :)



Natürlich nutzen wir unsere Freizeit, um weitere Dinge die nicht im Programm standen zu besuchen. Darunter waren auch The Place + ein Night Market in Peking.

The Place "LED-Bildschirm

Das "The Place" ist ein großes Einkaufszentrum mit vielen Geschäften und Restaurants, allerdings ist der Grund warum viele Touristen sich hier tummeln ein anderer. Einer der weltweit größten LED-Bildschirme (250m x 30m) ziert den Säulengang dieser Shoppingmall. Besonders abends ein wundervoller Anblick, wenn der Bildschirm die gesamte Umgebung in ein herrliches Licht taucht.

Hier findest du ein kurzes Video vom LED-Bildschirm auf meinem You-Tube Kanal: Hier



Night Market "Dong Hua Men"

Sicher nicht für jedermann eine Auslage zum Sattessen, aber dennoch einen Besuch wert! Der Geruch in der Umgebung dieses Marktes ist wie bei vielen Märkten mit Lebensmitteln in China sehr gewöhnungsbedürftig. Auf diesem Markt hast du die Chance vom Seestern, über eine Schlange, Skorpione, Käfer oder Maden bis hin zum Seepferdchen alles zu probieren. Wir trauten uns an ein paar Maden + Hühnerfüße heran. Wie sieht es mit dir aus?



Besuch von einer Perlenzucht und eines Institutes für traditionelle Chinesische Medizin

Der Besuch der Perlensucht war für die Katz. Erst wurde uns kurz ein Film auf Deutsch vorgespielt, indem die Zucht der Perlen erklärt wurde. Der Film wirkte aus den 80er Jahren und natürlich gab es direkt im Anschluss eine Verkaufsraumbesichtigung und nur heute 20% Rabatt auf alle Produkte.

Beim Institut der trad. Chinesischen Medizin gab es immerhin eine kostenlose Fußzonenreflexmassage mit der Bitte dem Masseure 20 Yuan Trinkgeld zu geben (€ 3,00) für knappe 15 Minuten. Während der Massage kamen dann "Ärzte" mit Dolmetschern zu einem und haben den Puls/Blutdruck gemessen. Natürlich haben die Fachkräfte bei dickeren Leuten Bluthochdruck oder bei dünnen Leuten Schwindelgefühle erfragt/festgestellt.  (Für jedermann offensichtliche Dinge), um dann im Anschluss passende Heilkräuter verschreiben zu können, die gegen dein Leiden helfen.


Mein Peking Resümee

Die Stadt selbst hat außer Ihren vielen touristischen Highlights aus der früheren Kaiserzeit relativ wenig zu bieten. So recht ist der Funke einfach nicht über gesprungen, obwohl wir sehr wohl in einheimischen Lokalen unterwegs waren, die Metro genutzt haben, ein öffentliches Schwimmbad besuchten und viele Straßen entlang schlenderten, in die sich sonst kein Tourist verirrt. Für einen guten Eindruck über das Leben zur Kaiserzeit ist Peking allerdings auf jeden Fall der richtige Ort. Besonders die Dimensionen der riesigen Paläste und Tempelanlagen kann man vorher nicht einmal erahnen!

Weiter geht es mit:
Etappe 2: Xian

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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