Montag, Dezember 21, 2015

Leb' deinen Traum - Carpe Diem

Life_Gourmet



Im letzten Jahr ging für eine längere Zeit ein Poetry Slam von Julia Engelmann durch die Medien, vor allem natürlich durch das Internet. In kürzester Zeit erhielt das Video des Slams über 8 Millionen Klicks und wurde zum viralen Hit.

Auch ich war einer der zahlreichen Besucher des Videos und hörte mir die poetischen Texte der Julia Engelmann immer wieder an. Genauer betrachtet befasst sich der Text anfangs mit den Aspekten der Lethargie und der Antriebslosigkeit im Leben, später hingegen schlägt der Text um und versucht zu motivieren.

Mich persönlich hat der Text auf eine spezielle Art und Weise berührt, denn er erzählt auch davon, dass wir zu ängstlich sind, dass wir ungern unsere Komfortzonen verlassen, dass wir zu viel darüber nachdenken was wir tun und dann die Begründung: "Wir haben ja noch Zeit " als Ausrede vorschieben, um uns selbst zu vertrösten. Im selben Moment ruft Julia uns dazu auf, dass zu tun was wir schon immer tun wollten, unsere Ideen und Wünsche in die Tat umzusetzen, Fehler zu machen und daraus zu lernen, denn es gibt nichts was wir verlieren könnten, außer der Tatsache, dass wir stetig mehr Zeit verlieren um Erfahrungen zu sammeln aus denen wir dann wieder für die Zukunft schöpfen können.

Aus einem anderen Blickwinkel betrachtet ist es auch etwas amüsant, dass ein Video, welches all dieses positv in den Vordergrund stellt, so oft geteilt und geliked wurde, obwohl die meisten Menschen nicht danach zu handeln scheinen, sondern lediglich den Gedanken daran so wundervoll finden.

Ich finde, dass sich dies sehr gut auf das Reisen, beziehungsweise den Gedanken einer Weltreise übertragen lässt. Wir alle nehmen uns immer vor weniger zu arbeiten, uns mehr Zeit zunehmen für Dinge die wir lieber tun wollen, das Leben zu genießen und dennoch vertrösten wir uns selbst stetig damit, dass wir es irgendwann tun werden, wenn wir mehr Zeit oder Geld haben. Ich denke, dass der größte, besagte Schweinehund für die meisten Menschen das Sicherheitsdenken ist, welches Ihnen vorgelebt wird und schon von Ihren Eltern im Bewusstsein verankert wird. Dies zu überwinden und Schritt für Schritt aus der Komfortzone auszubrechen, ist der notwendige Erste Schritt, um sich von der heutigen Status Quo-Gesellschaft zu lösen und bereit zu sein gegen den üblichen Strom zu schwimmen, um seinen selbst gewählten Weg zu gehen.

Zitat:
„Eines Tages, baby, werden wir alt sein. Oh baby, werden wir alt sein.
– und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.
Ich, ich bin der Meister der Streiche, wenn´s um Selbstbetrug geht.
Bin ein Kleinkind vom Feinsten, wenn ich vor Aufgaben steh.
Bin ein entschleunigtes Teilchen, kann auf keinsten was reissen,
lass mich begeistern für Leichtsinn – wenn ein andrer ihn lebt.

Und ich denke zu viel nach.
Ich warte zu viel ab.
Ich nehm mir zu viel vor –
und ich mach davon zu wenig.
Ich halt mich zu oft zurück –
ich zweifel alles an,
ich wäre gerne klug,
allein das ist ziemlich dämlich.

Ich würde gern so vieles sagen
aber bleibe meistens still,
weil, wenn ich das alles sagen würde,
wär das viel zu viel.

Ich würd gern so vieles tun,
meine Liste ist so lang,
aber ich werd eh nie alles schaffen –
also fang ich gar nich´an.
Stattdessen häng´ich planlos vorm Smartphone,
wart´bloß auf den nächsten Freitag.
N´ach, das mach´ ich später,
ist die Baseline meines Alltags.

Ich bin so furchtbar faul
wie ein Kieselstein am Meeresgrund.
Ich bin so furchtbar faul,
mein Patronus ist ein Schweinehund.

Mein Leben ist ein Wartezimmer,
niemand ruft mich auf.
Mein Dopamin, das spar ich immer –
falls ich´s nochmal brauche.
Und eines Tages werd ich alt sein, oh baby, werd´ ich alt sein
und an all die Geschichten denken, die ich hätte erzählen können.

Und Du? Du murmelst jedes Jahr neu an Silvester
die wiedergleichen Vorsätze treu in dein Sektglas
und Ende Dezember stellst Du fest, das du Recht hast,
wenn Du sagst, dass Du sie dieses Jahr schon wieder vercheckt hast.

Dabei sollte für Dich 2013 das erste Jahr vom Rest deines Lebens werden.
Du wolltest abnehmen, früher aufstehen,
öfter rausgehen, mal deine Träume angehen,
mal die Tagesschau sehen, für mehr Smalltalk - Allgemeinwissen.
Aber so wie jedes Jahr, obwohl Du nicht damit gerechnet hast,
kam Dir wieder mal dieser Alltag dazwischen.
Unser Leben ist ein Wartezimmer, niemand ruft uns auf.
Unser Dopamin das sparen wir immer,
falls wir´s nochmal brauchen.

Wir sind jung, und ham´ viel Zeit.
Warum soll´n wir was riskieren,
wir woll´n doch keine Fehler machen.
wollen auch nichts verlieren.

Und es bleibt so viel zu tun,
unsere Listen bleiben lang
und so geht Tag für Tag
ganz still ins unbekannte Land.

und eines Tages, baby, werden wir alt sein, oh baby,
und an all die Geschichten denken, die wir hätten erzählen können.
Und die Geschichten, die wir dann stattdessen erzählen werden –
traurige Konjunktive sein wie

<<Ein mal bin ich fast einen Marathon gelaufen
und hätte fast die Buddenbrooks gelesen
und einmal wär´ ich beinah bis die Wolken wieder lila war´n noch wach gewesen
und einmal, fast hätten wir uns mal demaskiert und gesehen wir sind die gleichen
und dann hätten wir uns fast gesagt, wie viel wir uns bedeuten.>>

werden wir sagen.

Und das wir bloß faul und feige waren,
das werden wir verschweigen,
und uns heimlich wünschen,
noch ein bisschen hier zu bleiben.

Wenn wir dann alt sind –  und unsere Tage knapp,
und das wird sowieso passiern´,
dann erst werden wir kapiern´,
wir hatten nie was zu verliern´ –
denn das Leben, das wir führen wollen,
das können wir selbst wählen,
also lass´ uns doch Geschichten schreiben,
die wir später gern erzähln´.
Lass uns nachts lange wach bleiben,
auf´s höchste Hausdach der Stadt steigen,
lachend und vom Takt frei die allertollsten Lieder singen.
Lass uns Feste wie Konfetti schmeißen,
sehen, wie sie zu Boden reisen
und die gefallenen Feste feiern,
bis die Wolken wieder lila sind.
Lass ma´ an uns selber glauben,
ist mir egal ob das verrückt ist,
und wer genau kuckt sieht,
dass Mut auch bloß ein Anagramm von Glück ist.

Und – wer immer wir auch warn´-
lass mal werden wer wir sein wollen.
Wir ham´ schon viel zu lang gewartet,
lass mal Dopamin vergeuden.

Der Sinn des Lebens ist leben,
das hat schon Casper gesagt,
let´s make the most of the night,
das hat schon Kesha gesagt,
lass uns möglichst viele Fehler machen,
und möglichst viel aus ihnen lernen.
Lass uns jetzt schon Gutes sähen,
dass wir später Gutes ernten.
Lass uns alles tun,

weil wir können – und nicht müssen.
Weil jetzt sind wir jung und lebendig,
und das soll ruhig jeder wissen,
und – unsere Zeit die geht vorbei,
das wird sowieso passiern´,
und bis dahin sind wir frei
und es gibt nichts zu verliern´.

Lass uns uns mal demaskiern´
und dann sehen wir sind die gleichen
und dann können wir uns ruhig sagen,
dass wir uns viel bedeuten,
denn das Leben das wir führen wollen,
das könn´ wir selber wählen.

Also – los, schreiben wir Geschichten,
die wir später gern erzähl´n.

Und eines Tages, baby, werden wir alt sein. Oh baby, werden wir alt sein.
– und an all die Geschichten denken, die für immer unsere sind.“
Zitat Ende. 

Ein Text von Julia Engelmann - One Day/Reckoning Song

Life_Gourmet / Autor & Editor

Ich bin ein abenteuerlustiger, neugieriger, optimistischer, ehrgeiziger, kontaktfreudiger Realist der es liebt sich Wissen anzueignen. Neue Herausforderungen sind mein Steckenpferd und ich liebe das Reisen und Erkunden neuer Orte und Kulturen.

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